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Wohnungsmarkt: Bis 2035 fehlen rund 15.500 Wohneinheiten

Rund 15.500 Wohneinheiten müssen bis 2035 errichtet werden, um dem Bedarf gerecht zu werden. Symbolbild: Pixabay
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Gefühlt wird überall gebaut. Und doch: Laut dem 23. Bericht zur Wohnungsmarktbeobachtung 2016/2017, den das Niedersächsische Sozial- und Bauministerium und die NBank Anfang Juli 2017 präsentiert haben, fehlen bis zum Jahr 2035 rund 15.500 Wohneinheiten. In Ballungsgebieten, wie zum Beispiel Wolfsburg, ist das bereits jetzt zu spüren.

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Der Bericht wird alle zwei Jahre veröffentlicht und ist für alle Akteure auf dem Wohnungsmarkt wie für die Politik und die Kommunen eine wichtige Entscheidungsgrundlage bei Bauvorhaben. „Unser Ziel muss es sein, in Niedersachsen bezahlbarem Wohnraum für alle zu schaffen“, sagte die Sozial- und Bauministerin Cornelia Rundt bei der Präsentation der Ergebnisse. „An dieser Aufgabe müssen alle mitwirken, die im Bereich Wohnen aktiv sind. Es geht darum, individuelle Lösungen für die unterschiedlichsten Standorte mit ihren verschiedenen Ausgangslagen zu finden.“

Deutlicher Anstieg der Zahl von Haushalten führt zu Bedarf von neuem Wohnraum

Laut dem aktuellen Wohnungsmarktbericht wird die Zahl der Haushalte in Niedersachsen bis zum Jahr 2035 um 3,1 Prozent ansteigen und sich dann auf 4,02 Millionen Haushalte in Niedersachsen belaufen. Diese Zahlen sind der entscheidende Faktor für die Anzahl der benötigten Wohnungen im Analysezeitraum bis 2035. So sind bis dahin der NBank-Prognose zufolge in Niedersachsen fast 296.000 neue Wohnungen erforderlich. Dies entspricht einem jährlichen Bedarf von durchschnittlich 14.800 Wohnungen.

Die Nachfrage von Wohnraum steige vor allen Dingen in den Städten weiter deutlich an. Denn Menschen suchen ihren Wohnort zumeist danach aus, wo sie ein attraktives Angebot von Arbeitsplätzen sowie Kultur- und Freizeitaktivitäten haben. Die anhaltend große Wohnungsnachfrage in den Ballungsräumen hat hohe Preise zur Folge, die viele Haushalte deutlich belasten. In der Folge ziehen wieder viele Menschen aus den Städten weg, heißt es weiter in dem Bericht der NBank.

Laut der Auswertung fehlen in Wolfsburg im Betrachtungszeitraum bis 2016 bis 20135 insgesamt rund 2.600 Eigenheime und mehr als 5.500 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Ähnlich angespannt ist die Wohnungssituation im Landkreis Gifhorn. Hier liegt der Bedarf nach neuen Wohnungen im gleichen Zeitraum bei rund 1.600 Wohnungen und mehr als 5.000 Eigenheimen und dass obwohl es laut der Analyse bis 2035 im Landkreis Gifhorn einen Wohnungsüberhang von insgesamt knapp 700 Wohneinheit gegen werde. Grund hierfür ist, dass lokal der Bestand und die Nachfrage nicht immer deckungsgleich seien. Deutlich entspannter stellt sich die Lage im Landkreis Helmstedt dar. Hier fehlen laut der Analyse nur rund 880 Wohnungen und knapp 1.000 Ein- und Zweifamilienhäuser bei gleichzeitig steigenden Überschuss von knapp 1.800 Wohneinheiten vor allem im Segment der Ein- und Zweifamilienhäuser.

Bedarf und Überschuss liegen nah bei einander

Die Gegenüberstellung zeigt, dass es neben den dynamischen Regionen nach wie vor Städte und Gemeinden gibt, in denen die Einwohnerzahl sinkt: So droht beispielsweise im Süden und Nordosten Niedersachsens zunehmend der Leerstand von Wohnraum. Dies werd vor allem Bestandseigenheime betreffen, aber auch ältere Mietwohnungen, die nicht mehr heutigen Ansprüchen genügen. In Niedersachsen liegen wachsende Zentren und schrumpfende Gemeinden oft nur wenige Kilometer voneinander entfernt. Während die Bevölkerungszahl in Wolfsburg laut der Analyse bis 2035 um sechs Prozent steigen soll, ist für den Landkreis Helmstedt eine Senkung um sieben Prozent prognostiziert.

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