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Wissenswertes rund ums Heizen und Lüften

Richtiges Heizen schont den Geldbeutel und die Umwelt. Foto: Pixabay (public domain)
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Die kalte Jahreszeit hat nun endgültig Einzug gehalten und beschert uns unter Umständen auch mal frostige Zeiten in unseren vier Wänden. Nämlich dann, wenn die Heizung ausfällt oder die Heizleistung einfach nicht ausreicht. Aber auch wenn das alles passt, gibt es beim Heizen einiges zu bedenken.

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Die Kosten für Heizöl und Gas steigen seit Jahren immer weiter an. Um Heizkosten zu sparen, heizen viele Menschen ihre Wohnungen und Häuser erst später und dann auch nicht so hoch wie früher üblich. Allerdings kann das zu Problemen führen was Feuchtigkeit und Schimmelbildung angeht.

Im Mietrecht ist das Heizen der Wohnung geregelt. So gibt es nicht nur für den Vermieter die Pflicht, bei der Versorgung über eine Zentralheizung eine ausreichende Heizleistung zu gewährleisten. Im Gegenzug sind Mieter verpflichtet, die gemieteten Räume zu heizen, um etwa Schimmelbildung am Mietobjekt zu verhindern. Doch noch einmal von vorne:

Heizperiode

Die Heizperiode beginnt in der Regel Anfang Oktober und erstreckt sich bis Ende April. Wird die Wohnung über eine Zentralheizung versorgt, ist der Vermieter verpflichtet, diese in der üblichen Heizperiode zu betreiben (Landgericht Düsseldorf, BlGBw 1955, 31). Aber auch unabhängig von der Heizperiode gibt es für den Vermieter eine Heizpflicht. Und zwar dann, wenn die Innentemperatur in der Wohnung bei geschlossenen Fenstern und Türen unter 17 Grad fällt (und das nicht nur stundenweise). Eine Empfehlung welche Temperaturen während der Heizperiode in den einzelnen Räumen einer Wohnung erreichbar sein sollten, bietet die DIN 4701: In Wohn- und Schlafräumen sowie Küchen sollten 20 Grad Celsius erreicht werden können, in Badezimmern und Duschräumen 22 Grad Celsius und auf Fluren oder Dielen 15 Grad Celsius. Diese Mindesttemperaturen müssen im Zeitraum von 6 Uhr bis mindestens 23 Uhr zur Verfügung stehen. Während der Nachtstunden dürfen diese Werte bis zu drei Grad Celsius geringer ausfallen, wie das Amtsgericht Stuttgart (WuM 1987, 147) entschied. Das Oberlandesgericht Frankfurt und der Bundesgerichtshof sehen das etwas anders und gehen bei einer Temperatur von 20 Grad Celsius als unterste Grenze des Zumutbaren aus (vergleich OLG Frankfurt 1992, 56 f. und BGH WuM 1991). Hält sich der Vermieter nicht an seine Heizpflicht, kann eventuell eine Mietminderung geltend gemacht werden.

Heizpflicht für Mieter

Doch, wie erwähnt, gibt es nicht nur für den Vermieter Verpflichtungen. Auch für Mieter gibt es eine Heizpflicht, die im Mietrecht geregelt ist. Dabei muss der Mieter beim Heizen keine Höchstwerte erreichen, das Mietrecht spricht von maßvollem Heizen. Diese Heizpflicht gilt auch, wenn ein Mieter häufig abwesend ist. Begründet ist die Pflicht zu heizen mit der Pflicht eines Mieters, das Eigentum des Vermieters (also die Wohnung) zu schützen. In diesem Fall etwa vor Schimmelbildung. Weigert sich ein Mieter dieser Pflicht nachzukommen, kann das den Vermieter, nach vorheriger Abmahnung, zu einer fristgerechten Kündigung berechtigen. Das sah beispielsweise das Landgericht Hagen am 19.12.2007 so (Aktenzeichen: 10 S 163/07).

So heizt und lüftet man richtig

  • Heizung nie ganz abstellen. Laut Deutschem Mieterbund sei das ständige Auskühlen und Wiederaufheizen teurer als das Halten einer abgesenkten Durchschnittstemperatur.
  • Türen geschlossen halten. Werden Räume unterschiedlich stark geheizt, sollten die Zwischentüren geschlossen sein, da sonst Zugluft entsteht und auch die Luftfeuchtigkeit sich in dem kühleren Raum niederschlägt.

Zum richtigen Heizen gehört auch das richtige Lüften. Nur so kann die in der aufgewärmten Luft gebundene Feuchtigkeit abtransportiert werden. Das Oberlandesgericht Frankfurt entschied am 11. Februar 2000: „Ein Mieter muss grundsätzlich ausreichend lüften: täglich mindestens dreimal Stoßlüften und zwar zweimal morgens und einmal abends.“ Natürlich muss aber nicht gelüftet werden, wenn man nicht zu Hause ist.

  • Stoßlüften statt Kipplüften. Nur so findet ein Luftaustausch effektiv statt und es wird keine Heizenergie verschwendet. Als Faustregel gilt: Je kälter es draußen ist, desto kürzer muss gelüftet werden. Und auch bei Regenwetter sollte gelüftet werden, so der Deutsche Mieterbund. Denn die kalte Außenluft sei trotzdem trockener als die warme Zimmerluft.
  • Große Mengen Wasserdampf möglichst sofort ablüften. Nach dem Duschen, Kochen oder Bügeln sollten die Räume direkt durch Stoßlüftung von der überschüssigen Feuchtigkeit befreit werden. Wird Wäsche in der Wohnung getrocknet, muss häufiger gelüftet werden.
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