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Unkraut-Entfernung auf Wegen und Flächen – So gelingt’s

Hier macht das Unkraut entfernen keinen Spaß. Foto: Nicole Wiedemann
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Die Stadt Helmstedt macht es vor: Unkrautentfernung muss nicht immer mit der Giftspritze oder reiner Muskelkraft geschehen. In einer Testphase soll zur Wildwuchsbeseitigung Heißwasser zum Einsatz kommen. Dies ist nur eine von diversen Möglichkeiten, unerwünschtes Kraut in Hof und Garten zu entfernen.

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Neben den oft mühevoll angelegten Beeten und der Rasenfläche, stellen vor allem Fugen von gepflasterten Wegen, Höfen und Terrassen eine Herausforderung dar. Auf vielen Internetplattformen findet man sogenannte Hausmittel, wie Salz oder Essiglösungen, die zur Beseitigung des Unkrauts empfohlen werden. Deren Einsatz ist jedoch genauso untersagt, wie der Einsatz von Totalherbiziden (Glyphosat). Pflanzenschutzmittel – und unter diese fallen Salz, Essig und Co., sobald sie zum Zweck der Unkrautvernichtung eingesetzt werden – dürfen von Haus- und Gartenbesitzern gemäß § 6 des Pflanzenschutzgesetzes nicht außerhalb von gärtnerisch genutzten Flächen eingesetzt werden. So muss man sich für Terrassen, Wege oder gepflasterte Vorgärten also etwas anderes einfallen lassen.

Mechanische Entfernung

Die gängigste, aber auch oft kraftaufwendigste Methode ist die mechanische Entfernung von Gras, Moos und (Un-) Kräutern mit Stahlbürsten, Fugenkratzern, Messern oder anderen Hilfsmitteln. Wer dem Aufwuchs von Unkraut vorbeugen möchte, der kehrt häufiger zwischendurch die gepflasterten Flächen mit einem Straßenfeger mit harten Kunststoffborsten und entfernt so die zarten Sprösslinge.

Borsten Straßenbesen Rot Foto: Pixabay (public domain)

Harte Kunststoffborsten eignen sich am besten zur Entfernung von gerade aufwachsendem Unkraut. Foto: Pixabay (public domain)

Eine andere Art der mechanischen Unkrautentfernung kann mit Hilfe des Hochdruckreinigers durchgeführt werden. Mit gezielter Wasserführung können die Kräuter aus den Fugen gespült oder gehoben werden. Gleichzeitig kann man auch gleich noch die Moos- und Algenschicht auf den Steinen und Platten entfernen. Für besonders hartnäckige Fälle gibt es spezielle Bürstenaufsätze für Hochdruckreiniger.

Abflämmen mit dem Gasbrenner

Anders als bei der mechanischen Unkrautentfernung geht es bei der sogenannten thermischen Unkrautvernichtung zu. Meist kommt dabei ein Gasbrenner, auch als Flammenwerfer oder Unkrautbrenner bekannt, zum Einsatz. Entgegen der weitverbreiteten Meinung gehe es dabei laut der Landwirtschaftskammer Niedersachsen nicht darum, die Pflanzen direkt zu verbrennen. Vielmehr lasse die kurzzeitige, große Hitze von bis zu 1.000 Grad Celsius das Pflanzeneiweiß gerinnen.

Bunsenbrenner Gasbrenner Unkrautbrenner Flammenwerfer Foto: Pixabay (public domain)

Der Gasbrenner ist ein treuer Helfer bei der Unkrautbeseitigung. Foto: Pixabay (public domain)

Die Zellwände platzen durch die Ausdehnung der Zellflüssigkeit. In der Folge vertrocknen die unerwünschten Kräuter und Gräser innerhalb einiger Tage. Es ist also nicht nötig, die Unkräuter in ein Aschehäufchen zu verwandeln.

Kochendes Wasser

Bei der Anwendung von kochendem Wasser zur Unkrautbekämpfung werden ebenfalls die Eiweißbausteine der Pflanzen zerstört. Davon betroffen sind nicht nur die oberflächlichen Pflanzenteile, sondern auch Teile der Wurzeln, an die das durch die Fugen eindringende Wasser gelangt. Dieses Verfahren testet ab sofort auch die Stadt Helmstedt auf zunächst 1.000 Quadratmetern.

Hintergrund

Der Einsatz von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln im Garten und auf versiegelten Flächen ist seit Mai 2015 vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz verboten worden und wird bei Verstoß mit Geldbußen bis zu 50.000 Euro geahndet. Zusätzlich hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend eingestuft. Doch dies sollten nur zwei der Gründe sein, weshalb man im heimischen Gefilde lieber auf  nachhaltige Unkrautbeseitigungsmaßnahmen zurückgreift.

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