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Rauchen in der Mietwohnung – erlaubt oder nicht?

Gibt es Einschränkungen zum Rauchen in der Mietwohnung? Foto: Pixabay (public domain)
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Ein großes Streitthema unter Mietparteien ist das Rauchen, beziehungweise der Rauch und Geruch der Zigaretten. Denn häufig bleibt dieser nicht bei seinem Verursacher, sondern zieht über Balkon, geöffnete Fenster oder das Treppenhaus auch in die Nachbarwohnungen. Doch wie ist das mit dem Rauchen in Mietwohnungen eigentlich? Darf man das heutzutage überhaupt noch?

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Timo Sass, Geschäftsführer des Mieterverein Braunschweig und Umgebung e.V., klärt auf: „Mit einem Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofes hat dieser entschieden, dass das Rauchen in einer Mietwohnung und auf dem Balkon grundsätzlich zum vertragsgemäßen Gebrauch einer Mietwohnung zählt, also erst einmal gestattet ist (BGH VIII ZR 124/05).“

Einschränkungen beachten

Das sind also erst einmal gute Nachrichten für Raucher. Allerdings kann es bereits bei Vertragsabschluss einer Mietwohnung zu Einschränkungen kommen: Ein Mieter muss bei Abschluss des Mietvertrags auf Nachfrage des Vermieters wahrheitsgemäß angeben, ob er Raucher ist oder nicht. Einige Vermieter vereinbaren mit ihren Mietern ein (eingeschränktes) Rauchverbot in der Wohnung oder den gemeinschaftlich genutzten Räumen. Handelt es sich dabei um eine individuelle und nicht vorformulierte Klausel im Mietvertrag, ist deren Einhaltung zwingend erforderlich. Bei Verstoß kann der Vermieter die Kündigung aussprechen.

Auf Nachbarn Rücksicht nehmen

Auch wenn das Rauchen in der Mietwohnung grundsätzlich erlaubt ist, sollte es im Sinne einer guten Nachbarschaft selbstverständlich sein, darauf zu achten, andere Mieter oder Nachbarn durch den Rauch nicht zu belästigen. Denn bei Beschwerden kann der Vermieter das Rauchen einschränken. „Der Bundesgerichtshof hat in einem neueren Urteil geurteilt, dass es möglich ist, zeitlich befristete Vorgaben zum Rauchen vorzugeben, um die Mitmieter nicht zu stören (BGH VIII ZR 110/14)“, so Timo Sass. „Grundsätzlich lässt sich zum Rauchen sagen, dass es so lange erlaubt ist, wie nicht andere Mieter oder Nachbarn durch den Rauch gestört werden. Letztlich bleibt dieses jedoch immer eine Entscheidung im Einzelfall und eine Beweisfrage.“

Spurenbeiseitigung bei Auszug

Raucherwohnungen haben öfter mal einen leichten Gelbstich – vergilbte Tapeten, Fenster- und Türrahmen sind nicht selten. Diese lassen sich durch ein bisschen Farbe im Rahmen von Schönheitsreparaturen in den Griff bekommen. Zu Schönheitsreparaturen ist jedoch nicht jeder Mieter verpflichtet, so dass es sein kann, dass der Vermieter mit den Nikotinspuren als Nutzungsspuren nach vertragsgemäßen Gebrauch der Wohnung leben und sie selbst beseitigen muss (Bundesgerichtshof, Entscheidung vom 28.06.2006, VIII ZR 124/05). Nur wenn die Wohnung nach dem Auszug einer Sonderbehandlung unterzogen werden muss, etwa weil Schäden beispielsweise am Putz, Parkett oder Vertäfelung entstanden sind, kann der Vermieter Schadensersatz vom Mieter verlangen.

 

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