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Landkreis Gifhorn – Wohnbauplanung auf lange Sicht

Im Südkreis wird es zukünftig darauf ankommen, ausreichend Wohnbauland zu entwickeln. Symbolbild: Pixabay
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Wie in vielen anderen Landkreisen und Städten, wurde auch im Landkreis Gifhorn ein sogenanntes Wohnraumversorgungskonzept beauftragt und erstellt. Hintergrund des Auftrages ist der Wunsch, auf die unterschiedlichen Gegebenheiten und Entwicklungen im Landkreis entsprechend reagieren zu können. Laut vorgestelltem Wohnraumversorgungskonzept handelt es sich beim Landkreis Gifhorn um einen sogenannten "Gunstraum" mit stabilen bis leicht sinkenden Bevölkerungszahlen. Allerdings unterscheidet sich der Bedarf an Wohnraum im Nord- und im Südkreis deutlich.

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Landrat Dr. Andreas Ebel sieht im Wohnraumversorgungskonzept des Landkreises Gifhorn eine sehr gute Handlungsanweisung für das weitere Vorgehen beim Wohnungsbau im Kreisgebiet: „Die Auswertung zeigt, dass wir in den Gebietskörperschaften einen höchst unterschiedlichen Bedarf an Wohnraum haben. Wir tun deshalb gut daran, uns intensiv mit den prognostizierten Entwicklungen zu beschäftigen, bevor Projekte in Angriff genommen werden. Die Kreisverwaltung wird Kommunen und Investoren in dieser Hinsicht gern zur Seite stehen.“

Insgesamt werde die Zahl der wohnungsnachfragenden Haushalte auch zukünftig weiter wachsen. Dieser positive Trend werde möglich durch eine gute wirtschaftliche Situation in der gesamten Region Wolfsburg-Braunschweig, die auch zukünftig für einen stetigen Zuzug arbeitssuchender Haushalte in den Landkreis Gifhorn sorgen wird. Diese Nachfrage wirke sich besonders positiv auf das Segment der Ein- und Zweifamilienhäuser aus, aber auch der Wunsch nach Wohnen im Mehrfamilienhaus steige.

Es gelte, das vorhandene Wachstumspotenzial für den Landkreis Gifhorn zu nutzen und sich noch stärker als familienfreundlicher Wohnstandort zu positionieren. Baugrundstücke für den Einfamilienhausbau sollten in ausreichenden Mengen bereit stehen. Erwerbstätige, die neu in den Landkreis ziehen, fragen attraktiven Mietwohnraum nach. Für die wachsende Zahl älterer Haushalte im Landkreis müsse altersgerechter Wohnraum entwickelt werden. Die Sicherung preisgünstiger Mietwohnungen sei eine ebenfalls wichtige Aufgabe.

Unterschiedliche Herangehensweisen im Nord- und Südkreis

Die Entwicklung werde sich allerdings in unterschiedlichem Maße im Landkreis Gifhorn vollziehen. Während die Stadt Gifhorn und das südliche Kreisgebiet aufgrund der Nähe zu Wolfsburg und Braunschweig auch zukünftig eine starke Wohnungsnachfrage erleben werde, entspanne sich der Wohnungsmarkt im nördlichen Kreisgebiet in den nächsten Jahren zunehmend.

In den nördlichen Kommunen Wittingen und Hankensbüttel werde angesichts des überalterten Wohnungsbestandes der Umbau im Fokus stehen. Dieser Prozess startet schon jetzt im Wittinger Zentrum, für das ein Entwicklungskonzept im Rahmen des gerade beschlossenen ISEK vorliegt. Es werde aber auch im Norden noch Nachfrage nach Neubauangeboten geben.

Im Süden und in der Stadt Gifhorn hat die wachsende Wohnungsnachfrage die Kaufpreise und Mieten für Wohnraum steigen lassen. Hier werde es zukünftig darauf ankommen, ausreichend Wohnbauland – sowohl für den klassischen Ein- und Zweifamilienhausbau als auch für an die jeweiligen Siedlungsstrukturen angepassten Mehrfamilienhausbau – zu entwickeln, so dass auf eine moderate Bauland- und Mietpreisentwicklung geachtet wird.

Einkommensschwache Haushalte unterstützen

Von einer insgesamt moderaten Preisentwicklung profitierten auch einkommensschwache Haushalte im Landkreis Gifhorn. Hier sei es wichtig, dass ausreichend preiswerte Angebote im Wohnungsbestand zur Verfügung stehen. In den Bereichen, in denen der Markt stärker angespannt ist – im Süden und vor allem in der Stadt Gifhorn – könnten auch mietpreisgebundene geförderte Wohnungen neu gebaut werden. Es wird von einem Neubaubedarf von bis zu rund 480 geförderten Wohnungen im Landkreis Gifhorn bis 2030 ausgegangen. Der größte Teil davon entfällt mit 350 auf die Stadt Gifhorn, in der bereits bis 2020 rund 200 geförderte Wohnungen entstehen werden. Anschließend rät das Gutachten zu einer weiteren Prüfung der Situation, um entsprechend zu agieren.

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