Kräuterliebe auf Balkon und Terrasse

Frische Küchenkräuter sorgen nicht nur im Garten für mediterranes Flair. Foto: Pixabay (public domain)
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Nicht jeder hat den Platz, sich einen Garten anzulegen oder ein paar Blumenkästen zu bepflanzen. Aber ein Kräutergarten gedeiht auch auf kleinstem Raum. Kräuter in Topfkultur lassen sich quasi überall kultivieren - ob auf der Fensterbank, der Terrasse oder dem Balkon.

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Da Kräuter selten hoch hinaus wachsen, kann man sie wunderbar in Etagen arrangieren – vertikal an der Wand hängend oder auf einer mehrstufigen Kräuterbank. Und noch einen weiteren Vorteil hat die Topfkultur: man kann den Ansprüchen der Pflanzen ganz individuell gerecht werden.

Als Faustregel gilt: Verholzende Kräuter benötigen die volle Sonne und einen eher trockenen Standort. Beispiele hierfür sind typisch südländische Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Salbei oder Oregano. Einen frisch-feuchten Standort im Halbschatten hingegen benötigen Pflanzen mit weichen und frischgrünen Blättern, wie Petersilie, Schnittlauch und Basilikum.

Sonnenliebende Kräuter

Lavendel

Einen „Kurzurlaub in die Provence“ kann man sich selbst schenken, wenn man seinen Balkon oder seine Terrasse mit Lavendel umrahmt. Nicht nur die von Juni bis August blau-violett leuchtenden Blüten, sondern vor allem der Duft des Halbstrauchs lässt uns entspannen und Urlaubsfeeling aufkommen. Lavendel ist ein wahrer Sonnenanbeter und entwickelt sich am Besten an einem vollsonnigen, eher trockenen Standort. Der Boden sollte leicht und kalkig sein. Für die Topfkultur benutzt man daher möglichst eine Mischung aus Blumenerde, Kies und Sand und gibt im besten Fall noch etwas Kalk hinzu.

Nicht nur optisch ergänzen sich Lavendel und Rosen wunderbar. Foto: Nadine Munski-Scholz

Für den Rosengarten ist Lavendel ein klassischer Begleiter – insbesondere die stark duftenden Sorten halten Blattläuse effektiv fern.

Oregano

Bei Oregano denkt man sofort an Pizza oder Pasta – ein typisch mediterranes Gewürzkraut. Er ist aber auch als Wilder Majoran oder Dost bekannt. Vom Standort her ist er ziemlich anspruchslos. Gern hat er einen sonnigen und kalkhaltigen Standort – gibt sich aber auch mit Halbschatten und normaler Blumenerde zufrieden. Wichtig ist nur, dass der Oregano keine Staunässe erleidet, man sollte eher sparsam gießen. Von Juli bis August/ September ziehen die Blüten des Wilden Majoran allerlei Insekten an. Am Ende der Blüte ist dann auch Haupterntezeit – jetzt hat die Pflanze das höchste Aroma. Getrocknet und lichtgeschützt aufbewahrt, behalten die Blätter das Aroma lange Zeit.

Rosmarin

Genau wie der Lavendel liebt der Rosmarin einen vollsonnigen Standort. Der mehrjährige Halbstrauch mit den ätherischen Nadeln benötigt nur wenig Wasser und einen durchlässigen Boden. Er ist – gerade in Kübeln und Töpfen – nicht winterhart und kommt so am Ende der Saison an einen Fensterplatz im Haus.

Salbei

Ein guter Nachbar für Rosmarin ist der Salbei. Die Ansprüche an den Standort gleichen sich sehr. Gerne kann man diese zwei also als „Nachbarn“ in einen entsprechend großen Kübel pflanzen und dann auch gemeinsam ins Winterquartier bringen.

Der Salbei in seiner vollen Pracht. Foto: Nicole Wiedemann

Ab Februar bis März ist der richtige Zeitpunkt den Salbei mit einem scharfen Werkzeug großzügig zurückzuschneiden. Eine handbreit über dem Boden sollte stehenbleiben. Wichtig ist, nicht ins alte Holz zu schneiden, da der Salbei dann eventuell nicht wieder austreibt. Ist der Salbei zu sehr verholzt, sollte er durch eine Jungpflanze ersetzt werden, da auch das Aroma darunter leidet.

Thymian

Beim Echten Thymian handelt es sich um einen immergrünen Halbstrauch, der es gern sonnig, warm und trocken hat. Der Boden sollte sandig und kalkhaltig sein. Ernten kann man Thymian das ganze Jahr für die frische Verwendung. Dabei lässt man die Hälfte des Zweiges stehen. Die Haupternte geschieht vor der Blüte, indem ganze Zweige abgeschnitten und getrocknet werden. Die Würzkraft des Thymians steigert sich durch die Trocknung.

Auch wenn im Handel mittlerweile weniger frostempfindliche und sogar winterharte Züchtungen angeboten werden, darauf verlassen sollte man sich nicht. Im Freiland wird die Pflanze mit einer Schicht Reisig abgedeckt. Bei der Kultur in Töpfen und Kübeln erübrigt sich diese Prozedur – sie stellt man einfach ins Winterquartier.

Kräuter für den Halbschatten

Basilikum

Obwohl er aus dem Süden kommt, mag der Basilikum keine volle Sonne. Schön warm hat er es trotzdem gern. Wie alle Kräuter mit weichen Blättern muss auch der Basilikum gleichmäßig feucht gehalten werden. Dabei mag er aber keinen kalten Guss von oben. Ein idealer Topfbewohner also für die überdachte Terrasse, den Balkon oder auch die Fensterbank. Gegen Staunässe hilft es, etwas Sand unter die Erde zu mischen.

Basilikum gibt es nicht nur in der klassischen Variante. Hier ist eine bunte Pesto-Mischung zu sehen. Foto: Nicole Wiedemann

Minze in allen Variationen

Minze gibt es wie Sand am Meer – und das nicht nur aufgrund ihrer Vielfalt. Passt man im Garten nicht auf, verbreitet sie sich mit Hilfe von unterirdischen Ausläufern überall. Entweder man sticht sie immer wieder ab, baut eine Wurzelsperre ein oder setzt sie gleich in einen großen Kübel. Minzen sind in der Regel anspruchslose Mitbewohner. Sie brauchen eine nährstoffreiche Grundlage und einzig Staunässe kann ihr zum Verhängnis werden. Sind die Pflanzgefäße frostsicher, kann vor allem die Pfefferminze draußen überwintern.

Geerntet werden die ganze Saison über entweder ganze Stängel oder auch einzelne Blätter und Triebspitzen. Um sich einen Vorrat für Pfefferminztee anzulegen, schneidet man vor der Blüte die Minze zurück und trocknet die Stängel. War der Sommer sonnenreich, kann oft sogar noch mal im Spätherbst geerntet werden. Einen Rückschnitt sollte man der Minze auf jeden Fall gönnen.

Eine besonders fruchtige Minze ist die Erdbeerminze, dessen Geschmack tatsächlich an Erdbeeren erinnert.

Es muss nicht immer Pfefferminze sein: Erdbeerminze für den Balkon. Foto: Nicole Wiedemann

Es gibt aber auch Minzen mit Orangen- oder Schokoladenaroma. Für Kinder eignet sich die Apfelminze am Besten. Sie enthält kaum Menthol und ist daher besonders mild.

Petersilie

Wer gerne jetzt noch Petersilie ziehen möchte, kann dies bis Mitte August tun. Fünf bis sieben Samen pro Topf reichen aus, die Erde sollte stets feucht gehalten werden. Dann heißt es, sich in Geduld zu üben, denn es kann mitunter bis zu vier Wochen dauern, bis die kleine Diva keimt. Über Winter können die Töpfe mit Vlies oder Folie abgedeckt werden oder man stellt sie sich auf die Fensterbank. So hat man bis in die nächste Saison hinein immer frische Petersilie im Haus.

Schnittlauch

Die Blüten des Schnittlauchs sind besonders schön. Doch werden die blütentragenden Halme hart und ungenießbar. Um immer frischen Schnittlauch ernten zu können, lässt man nur einen Teil der Halme blühen und schneidet den Rest etwa zwei fingerbreit über dem Boden ab.

Schnittlauch Garten Kräuter Blüten Foto: Pixabay (public domain)

Die Blüten des Schnittlauchs lassen sich in der Küche verwenden. Foto: Pixabay (public domain)

Die Blüten des Schnittlauchs sind aber nicht nur optisch ein Genuss – sie schmecken pur auf Brot, im Salat und besonders gut kommt ihr feines Aroma in einer Schnittlauchbutter zur Geltung.

Zitronenmelisse

Nicht nur Bienen lieben Zitronenmelisse. Auch in der Küche ist dieses unkaputtbare und pflegeleichte Kraut vielseitig einsetzbar: Ob für Salate, als Tee oder in Sorbets. Wichtig ist allein die Ernte vor der Blüte. Zitronenmelisse mag sehr gern nährstoffreichen Boden und sollte daher im Kübel oder Topf immer mal wieder eine Düngergabe erhalten – natürlich organisch. Genau wie die Minze breitet sich die Zitronenmelisse gern aus. Daher sollte das Pflanzgefäß großzügig gewählt werden.

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