Anzeige

Kleingeld war gestern – Handyparken in unserer Region

Bargeldloses Parken per Handy ist in unserer Region fast überall möglich. Foto: Alec Pein
Anzeige

Die bargeldlose Entrichtung von Parkgebühren mittels Mobiltelefon - das sogenannte Handyparken - erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Viele nutzen diesen Dienst gerne, hat man doch nicht immer das passende Kleingeld für die Parkuhr zur Hand. Wo es in unserer Region möglich ist und was überhaupt dahinter steckt, haben wir für Sie recherchiert.

Anzeige

Wie funktioniert Handyparken generell?

Der Autofahrer sendet nach dem Parken eine SMS mit seinem Kennzeichen und der gewünschten Parkdauer an den Betreiber. Je nach Betreiber ist eine Vorab-Registrierung notwendig oder nicht. Bevor die Parkzeit abläuft, bekommt der Autofahrer eine Erinnerung auf sein Handy. Es besteht dann die Möglichkeit, die Parkzeit von unterwegs noch einmal zu verlängern. Die Abrechnung der Kosten erfolgt über die Mobiltelefonrechnung oder das Prepaid-Guthaben. Die Kosten für SMS oder Anrufe kommen aber noch zusätzlich zu den Parkgebühren hinzu. Für Smartphone-Besitzer ist das Prozedere auch per App steuerbar.

Die Mitarbeiter des Fachdiensts Ordnung überprüfen über die Datenbank des Betreibers, ob ein Fahrer die Parkgebühr bezahlt hat. Hierfür werden keine neuen Geräte benötigt, es können die bisher genutzten Mobilgeräte zur Überwachung des ruhenden Verkehrs genutzt werden.

Vorteile des Handyparkens

Die Vorteile für die Parkenden sind das bargeldlose Bezahlen, das verminderte Risiko von Bußgeldern, eine einfache Bedienung sowie einfache Voraussetzungen, womit der Besitz eines Handys gemeint ist.

Die Vorteile für Städte sollen die Attraktivitätssteigerung des Standorts, eine Verminderung des Inkasso-Aufwands, eine Verminderung von Bußgeldverfahren und ein erster Schritt in Richtung der „Smart City“ sein.

In welchen Städten ist Handyparken möglich?

Seit 16. September 2016 gibt es in Braunschweig die Möglichkeit des Handyparkens auf allen öffentlich bewirtschafteten Stellplätzen. Nach dem erfolgreichen Start des Systems wurden sukzessive die 135 städtischen Parkscheinautomaten mit Zusatzschildern und Aufklebern ausgestattet, die auf diese Möglichkeit hinweisen. Wolfsburg führte das System etwas früher, nämlich am 1. September 2016, ein und stellt das Handyparken an 110 Stellen zur Verfügung. Das Pilotprojekt ist auf drei Jahre ausgelegt.

In Helmstedt wurde der digitale Service des Handyparkens Anfang Dezember 2016 eingeführt. Die Nutzung ist an allen öffentlichen und kostenpflichtigen Parkplätzen im Stadtgebiet möglich.

Startschuss für das bargeldlose Zahlen der Parkgebühren über das Handy in Peine war am 22. Juni 2017. Seitdem kann auch hier der Parkschein an allen öffentlichen Parkplätzen in der Innenstadt über die App oder per SMS gebucht werden.

Seit 1. August 2017 ist es ebenfalls in der Gifhorner Innenstadt möglich, sein Parkticket, zusätzlich zur herkömmlichen Münzzahlung, mit dem Mobiltelefon zu bezahlen. Dies gilt für alle kommunalen Parkplätze mit Ausnahme der Rathaus-Tiefgarage, wo es aufgrund des herrschenden Funklochs nicht möglich ist. Nicht ans Handyparken angeschlossen sind zudem die drei privaten Parkplätze in der Innenstadt: an der AOK, der Hempel-Galerie und der Herzog-Franz-Straße. Analog zu Braunschweig und Wolfsburg ist das Pilotprojekt Handyparken in Gifhorn auf drei Jahre angelegt.

Bereits seit dem 15. Oktober 2015 gibt es das Handyparken in Goslar. Am 17. Oktober 2017 wechselte die Stadt Goslar das System zum digitalen Bezahlen der Parkgebühren. Der auslaufende Vertrag mit dem bisherigen Anbieter Easy Park wurde nicht verlängert. Statt dessen arbeitet die Stadt Goslar nun mit dem System „TraviPay“ von der Firma sunhill technologies, wie die fünf anderen Städte unserer Region ebenfalls.

So funktioniert das System „TraviPay“

Parkscheinkauf per Smartphone-App:
Die Smartphone-App „TraviPay“ steht kostenlos für iOS und Android zum Herunterladen bereit. Die App zeigt dem Parkenden automatisch den aktuellen Standort und die zugehörige Parkzone an. Der Parkschein kann dann mit einem „Klick“ auf das Display bezahlt werden. Vor Ablauf der Parkzeit erhält der Kunde eine Erinnerung und kann dann ganz bequem von unterwegs die Parkzeit verlängern. Auf die Einhaltung der Höchstparkdauer achtet das System automatisch. Die Verkehrsüberwachung überprüft mittels elektronischer Kennzeichenabfrage, ob für das jeweilige Fahrzeug ein Handyparkschein gelöst wurde.

Parkscheinkauf per SMS:
Zusätzlich zur App kann auch mit herkömmlicher SMS bezahlt werden. Die Eingabe ist gegenüber dem bisher angebotenen System reduzierter und damit einfacher: Zum Lösen eines digitalen Parktickets wird eine SMS mit dem Inhalt KFZ- KENNZEICHNEN.PARKDAUER an die ausgeschilderte Kurzwahlnummer der jeweiligen Parkzone geschickt. In Goslar gibt es sechs verschiedene Parkzonen mit zugehöriger Kurzwahlnummer, die gut ersichtlich in den Parkzonen angebracht sind. Infos hierzu sind an den Parkscheinautomaten angebracht. Bezahlung über die Mobilfunkrechnung, Kreditkarte oder SEPA-Lastschrift.

Vorteile als Premiumkunde:
Für nur 2,49 Euro monatlich kann man sich direkt in der App als TraviPay-Premium-Kunde anmelden und bekommt, neben anderen Vorteilen, monatlich eine Gesamtrechnung über alle getätigten Parkvorgänge zugesandt. Zudem steht damit die Start-Stopp-Funktion zur Verfügung, das heißt der Parkvorgang kann bei Rückkehr zum Fahrzeug selbstständig gestoppt werden. Servicegebühr und Kosten – Sparen bei Bezahlung per Kreditkarte oder Bankeinzug.

Wer steckt hinter dem System „TraviPay“?

Betreiber des Systems „TraviPay“, welches das Handyparken in über 50 deutschen Städten – und auch in sechs Städten unserer Region – möglich macht, ist die sunhill technologies GmbH. Diese ist seit 2015 ein Tochterunternehmen der Braunschweiger Volkswagen Financial Services AG und unterstützt als strategischer Partner die Ziele der VWFS AG hinsichtlich neuer Mobilitätsdienstleistungen.

Städte, in denen es (noch) kein Handyparken gibt:

In Salzgitter wurde am 24. Mai 2017 vom Rat die Einführung und die Erprobung des Handyparkens im Stadtgebiet beschlossen, zunächst für eine zweijährige Laufzeit. Mit der Ausführung soll auch hier die Firma sunhill technologies GmbH beauftragt werden, die auch die Kosten für die Umsetzung des Pilotprojekts übernehmen soll.

Wie Pressesprecher Thorsten Raedlein gegenüber regionalLeben.de berichtet, hat die Stadt Wolfenbüttel ein Parkraumbewirtschaftungskonzept in Auftrag gegeben, welches bis Jahresende 2017/Anfang 2018 fertiggestellt sein soll. Dieses setze sich mit den verschiedenen Möglichkeiten des Parkens im Stadtgebiet Wolfenbüttel auseinander und werde im Anschluss zur Beratung in die Politik gespielt.

Wir bleiben in beiden Städten am Thema und lassen Sie es wissen, ob und wann in Salzgitter und Wolfenbüttel das Handyparken Einzug hält.

Anzeigen
Anzeigen