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Kastrationspflicht von Katzen in unserer Region

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Bereits seit 2013 können Städte und Gemeinden sogenannte Katzenschutzverordnungen inklusive Erlass einer Kastrationspflicht beschließen. Geregelt ist dies in Paragraph 13b des deutschen Tierschutzgesetzes. Mithilfe der Kastrationspflicht soll der unkontrollierten Vermehrung der auf den Straßen lebenden Streunerkatzen entgegengewirkt und das Leid verringert werden.

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Während die Stadt Wolfsburg bereits am 19.06.2013 eine Verordnung über die Kastrationspflicht von Katzen in ihrem Gemeindegebiet erließ und auch Braunschweig im April 2014 eine solche beschloss, wurden andere Städte und Gemeinden in unserer Region erst in diesem Jahr (2017) oder aber auch noch gar nicht tätig. In der Samtgemeinde Velpke (Landkreis Helmstedt) besteht seit Juli 2015 eine Verordnung über die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht von Katzen. Die Stadt Peine hat im Mai 2017 die Verordnung verabschiedet, die Gemeinde Edemissen (Landkreis Peine) im Juni 2017. Im Landkreis Gifhorn ist das Aufkommen der streunenden Katzen besonders hoch, zum Beispiel am Campingplatz in Wilsche. Die Stadt Gifhorn arbeitet seit Mitte 2017 an einer Kastrationsverordnung.

Was beinhalten die Verordnungen?

Ob es sich nun um eine „Verordnung über die Kastrationspflicht von Katzen“ oder um eine „Verordnung über die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht von Katzen“ handelt, beide Verordnungen verpflichten Katzenhalter dazu, ihre Katzen kastrieren und ebenso mit einem Mikrochip kennzeichnen zu lassen. Dies gilt für alle Katzen mit Freigang.

Darüber hinaus beinhalten die Verordnungen einen Passus, der besagt, dass als Katzenhalter auch derjenige gilt, der freilaufende Katzen regelmäßig mit Futter versorgt.

Die Kastration selbst muss schriftlich von dem durchführenden Tierarzt bestätigt werden. Während der gesamten Lebenszeit der Katze muss diese Bestätigung für den Nachweis aufbewahrt werden.

Das droht bei Verstößen

Mit Inkrafttreten der Verordnungen handelt es sich automatisch bei Zuwiderhandlungen um eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße bis zu 5.000 Euro geahndet werden kann. Allerdings dürfte das eher selten vorkommen. In Peine werde es zumindest keine Kontrollen geben, so dass die Stadt auf den guten Willen der Bürger angewiesen ist.

Hintergrund

Laut Niedersächsischem Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz leben geschätzt rund 3,2 Millionen Katzen ohne menschliche Aufsicht und Pflege in Deutschland, davon deutlich mehr als 200.000 in Niedersachsen. Jede einzelne dieser Katzen stammt ursprünglich von einer unkastrierten Hauskatze mit Freigang ab, so der Deutsche Tierschutzbund. Aufgrund dessen sind die verwilderten Katzen, deren Population beständig ansteigt, selten in der Lage, sich und ihre Nachkommen eigenständig zu versorgen. Das führt dazu, dass die frei lebenden Katzen häufig unter Verletzungen sowie Infektionskrankheiten leiden und früh sterben. Von Umständen wie in südlichen Ländern, sind wir zwar noch weit entfernt, aber die Problematik mit den streunenden Katzen nimmt beständig zu. Vor allem die Unterbringung und Versorgung von Jungkatzen aus Straßenkatzengruppen oder von Privathaltern stelle die Tierheime Jahr für Jahr vor eine große Herausforderung, so der Deutsche Tierschutzbund.

Tierheime mit Aufnahmestopps

Besonders bitter im Zusammenhang mit den vielen frei lebenden Katzen ist der Umstand, dass zum Beispiel das Tierheim in Wolfsburg aufgrund von Überfüllung bereits Aufnahmestopps für Katzen verhängen musste. Auch der Katzenschutz Braunschweig e.V. bittet auf seiner Internetseite um Hilfe für freilebende Katzen im Kreis Gifhorn. Die Kapazitäten sind auf allen Ebenen (finanziell als auch personell) ausgeschöpft. Und der Herbst und somit die nächste Katzenschwemme steht gerade erst vor der Tür. „Wir können die dramatisch hohe Zahl der frei lebenden Katzen nur reduzieren, wenn Katzenbesitzer handeln und ihr Tier – egal ob Katze oder Kater – kastrieren lassen“, erklärt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Gleichzeitig nimmt Schröder aber auch den Gesetzgeber in die Pflicht: „Wir brauchen dringend ein Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungsgebot für Freigängerkatzen, um das Problem in den Griff zu bekommen. Nur so können auch unsere Tierheime langfristig entlastet werden.“

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