Anzeige

Immer Ärger am Gartenzaun?!

Ein Zaun um das eigene Grundstück vervollständigt oft das Erscheinungsbild eines Hauses und bietet zudem Schutz. Foto: Pixabay (public domain)
Anzeige

Nicht selten gibt es Streit zwischen Nachbarn, wenn es um die Errichtung eines Zauns an der Grundstücksgrenze geht. Was es beim Zaunbau zu beachten gibt, haben wir für Sie hier einmal aufgeführt.

Anzeige

Das Gesetz spricht bei der Einfassung eines Grundstücks von einer Einfriedung. Eine solche macht die Grundstücksgrenze deutlich sichtbar, bietet Schutz nach außen und dient somit der Sicherstellung des Friedens auf einem Grundstück. Es wird zwischen lebenden (Hecken und Sträucher) und toten Einfriedungen (Gartenzaun, Mauer) unterschieden. Die erste Frage, die sich in diesem Zusammenhang oft stellt, ist die der Notwendigkeit:

Wo muss, soll oder darf ein Zaun gezogen werden?

Dies ist auf den ersten Blick nicht immer leicht zu erkennen. Und muss der Zaun auch immer ein Zaun sein? Oder darf auch eine Mauer, eine Hecke oder ein Gitter zur Abgrenzung des Grundstückes dienen?

Eine Einfriedungspflicht von Behördenseite gibt es in Deutschland nicht. Die gesetzliche Einfriedungspflicht entsteht erst durch das Einfriedungsverlangen des Nachbarn. Hierbei unterliegt das Erklären des Einfriedungsverlangen keiner vorgegebenen Form und kann zum Beispiel auch mündlich erfolgen. Es empfiehlt sich aus Gründen der Beweisbarkeit jedoch das Einfriedungsverlangen schriftlich festzuhalten und sich quittieren zu lassen. Die Einfriedungspflicht lässt sich nur für bebaute oder gewerblich genutzte Grundstücke in Innenortslage anwenden.

Zwei verschiedene Möglichkeiten in der Zuständigkeit gibt es in Niedersachsen:

Zum einen besagt das System der Rechtseinfriedung, dass von der Straße aus gesehen die rechte Grundstücksgrenze auf Verlangen des Nachbars einzufrieden ist. (Dieses System ist in Anlehnung an Paragraph 162 I. Teil 8. des Preußischen Allgemeinen Landrechts entstanden und soll eine möglichst gleichmäßige Aufteilung der Kosten für Errichtung und Unterhalt einer Einfriedung bewirken.) Bei Anwendung dieses Systems ist entscheidend, dass zwei Grundstücke an einer Straße eine gemeinsame Grenze haben, nicht dass sie dieselbe Straßenbezeichnung tragen. Dies gilt auch für Grundstücke, die zwischen zwei Wegen oder Straßen liegen. Hier ist es lediglich von Bedeutung an welcher Straße der Haupteingang liegt.

Die zweite Variante der Einfriedung eines Grundstückes kommt dann zum Tragen, wenn nach dem Grundsatz der Rechtseinfriedung keiner der Grundstückseigentümer für die Einfriedung zuständig wäre oder beide einzufrieden hätten. Dann trifft die Einfriedungspflicht beide Grundstückseigentümer gemeinsam.

Wie hoch muss oder darf der Zaun sein?

Nach dem Niedersächsischen Nachbarrechtsgesetz soll die Höhe der Einfriedung mindestens 1,20 Meter betragen. Überwiegen in der jeweiligen Gegend jedoch niedrigere Einfriedungen, ist auch eine Orientierung an dessen Höhe zulässig. Bei der Höhe der Einfriedung ist vor allem zu beachten, ob es einer Mitteilung oder gar einer Baugenehmigung bedarf. In der Regel ist dies bis zu einer Höhe von 2,00 Metern nicht der Fall.

Generell gilt: Sprechen Sie erst mit den Nachbarn, werfen Sie einen Blick in das Niedersächsische Nachbarrechtsgesetz und um ganz sicher zu gehen auch einen in die Bauordnung von Niedersachsen. Sollten dann immer noch Zweifel an Ihrem Vorhaben bestehen, vereinbaren Sie einen Besuch bei der örtlichen Baubehörde.

Wem dies alles zu aufwendig ist, der wendet sich beim Zaunbau an eine vor Ort ansässige Zaunbau- oder Gartenbaufirma. Diese sollten die Bestimmungen kennen und nehmen Ihnen auch das Organisatorische ab.

Anzeigen
Anzeigen