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Ein Haus mieten – Darauf sollte man achten

Im Mietvertrag sollten alle Besonderheiten der Hausanmietung berücksichtigt werden. Foto: Pixabay (public domain)
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Man muss nicht immer gleich ein Haus kaufen, oft kann man auch eins mieten. Das bietet sich vor allem dann an, wenn man zwar gern in einem Haus leben möchte, aber noch nicht weiß, ob man auch auf Dauer in dem Ort oder der Stadt wohnen bleibt. Grundsätzlich unterscheidet sich der Mietvertrag eines Hauses nicht von dem einer Wohnung - beiden liegt das Mietrecht des Bürgerlichen Gesetzbuches zu Grunde. Trotzdem macht es Sinn, Dinge wie Gartennutzung und Zahlung der Nebenkosten explizit auszuformulieren.

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„Grundsätzlich gelten bei der Anmietung eines Hauses die gleichen Grundsätze wie bei der Anmietung einer Wohnung“, erklärt Timo Sass, Geschäftsführer des Mieterverein Braunschweig und Umgebung e.V. gegenüber regionalLeben.de. So sollte das Mietobjekt im Mietvertrag genau beschrieben sein. Neben Anzahl und Größe der Räume im Haus selbst, sowie deren Ausstattung (Markisen, Satellitenanlage, Kellerräume) sollten auch Nebengebäude wie etwa eine Werkstatt, ein Gartenhaus, eine Garage oder ein Carport aufgeführt und Angaben zum Garten gemacht werden. Unter Umständen ist es nötig, die Nutzungsrechte im Mietvertrag gesondert festzuhalten. Vor allem, wenn sich der Vermieter einen Eigenanteil am Garten oder die Nutzung der Nebengebäude vorbehalten will. Sind im Mietvertrag keine besonderen Angaben gemacht worden, kann man als Mieter relativ sicher sein, dass man das gesamte unter der Mietadresse befindliche Grundstück sowie die darauf befindlichen Gebäude nutzen kann.

Besonderheiten bei der Hausanmietung

„Einzige Besonderheit ist die Gartennutzung, die bei Einfamilienhäusern als grundsätzlich mit vereinbart gilt (wer soll den Garten auch anderes nutzen als der Mieter)“, so Timo Sass. Mit der Gartennutzung einher, geht auch die Pflege des Gartens und der Grünflächen. Es sei denn, es ist hierzu keine Regelung im Mietvertrag getroffen.

Weitere Besonderheiten gebe es teilweise bei der Zahlung der Wasser und Abwassergebühren und bei der Heizung. Häufig werde vereinbart, dass der Mieter diese Kosten direkt an den Versorger zahlt, da er diese ja ausschließlich nutzt. Dabei ist es wichtig zu beachten, dass die Betriebskosten für ein Haus natürlich höher sind, als die für eine Wohnung. Zudem werden diese nicht über das Jahr monatlich mit einem Abschlag an den Vermieter gezahlt, sondern werden sofort nach Entstehung zur Zahlung fällig. Beispiele hierfür sind Zahlungen für den Schornsteinfeger, Wartung der Heizungsanlage und ähnliches. Zudem kann es sein, dass auch Kosten außerhalb der Betriebskosten vom Mieter selbst getragen werden müssen. Bei vermieteten Reihenhäusern kommt es beispielsweise häufiger vor, dass eine Firma mit der Erfüllung der Anliegerpflichten, wie Fußwegreinigung oder auch Schneeschieben im Winter, beauftragt ist. Ist dies nicht der Fall, muss es zwingend eine Vereinbarung zu den Kehr- und Räumpflichten im Mietvertrag geben. Wird die Pflicht nicht schriftlich auf den Mieter übertragen, so ist der Eigentümer der Immobilie in der Pflicht und haftet auch bei Nichteinhalten für eventuelle Schäden.

Separat im Mietvertrag vereinbarte Absprachen zur Kostenübernahme von Reparaturen, die über das Maß von Schönheitsreparaturen hinaus gehen, sind bei der Hausanmietung möglich. Im Gegenzug kann der monatliche Mietzins niedriger ausfallen. Dies und auch die Vereinbarungen zu Umbaumaßnahmen sollten unbedingt schriftlich fixiert werden.

Kündigungsfristen

„Die Kündigungsfristen richten sich nach der gesetzlichen Regelung des Paragraphen 573 c Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)“, klärt der Geschäftsführer des Mietervereins Braunschweig und Umgebung e.V. auf. „Auch bei Eigenbedarfskündigungen und Kleinreparaturen gelten die gleichen Grundsätze wie bei Wohnungen.“ Ein sogenanntes „Erleichtertes Kündigungsrecht“ gibt es für Vermieter, die unter einem Dach mit ihren Mietern wohnen. Dies ist beispielsweise bei Einliegerwohnungen in Einfamilienhäusern der Fall. Die Kündigung durch den Vermieter bedarf dann keines gesetzlichen Kündigungsgrundes. Allerdings muss sich der Vermieter in seinem Kündigungsschreiben auf dieses Sonderrecht berufen und die Kündigungsfrist verlängert sich nach Angaben des Deutschen Mieterbundes um drei Monate. Bei Doppelhäusern kann dieses Sonderrecht laut zweier Gerichtsurteile nicht angewendet werden. Als Begründung wird angeführt, dass jede Doppelhaushälfte für sich als eigenständiges Gebäude zu betrachten ist.

Wichtig für viele Mieter ist noch der Fall des Eigentümerwechsels. Auch hier gibt es für Mieter Schutz: der Mietvertrag wird vom neuen Eigentümer übernommen wie er ist. Erst im Anschluss kann er eine Eigenbedarfskündigung aussprechen.

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