Ein Garten für Kinder – Augen auf bei der Pflanzenwahl

Mit Gänseblümchen kann man nichts falsch machen. Foto: Pixabay (public domain)
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Der Herbst hält bald Einzug in die Gärten und mit ihm die nächste Pflanzperiode. Gerade Sträucher und Bäume können jetzt gut gesetzt werden und haben noch genug Zeit, bis zum Winter im Boden zu verwurzeln. Wer Kinder hat, sollte bei der Wahl der Pflanzen aber lieber zweimal hinschauen. Denn Kinder wollen alles bis ins Detail erkunden und nicht selten ist das Objekt der Begierde leider giftig.

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Giftige Pflanzen

Die schönsten Pflanzen im Garten sind oft die giftigsten, weiß Gärtnermeister Andreas Wiedemann. So führt bereits der Verzehr von nur drei Samen des Goldregen zu ersten Vergiftungserscheinungen wie Brennen im Mund, Übelkeit und (teilweise blutiges) Erbrechen. Hinzu kommen Schweißausbrüche und Schwindelgefühl. Engelstrompete  (Trompetenbaum), Pfaffenhütchen und Rizinus sind ebenfalls stark giftig. Das Gift des Rizinusstrauches, auch als Wunderbaum oder Palma Christi bekannt, ist so stark, dass ein Samen für Kinder tödlich wirkt.

Stauden, auf die man in einem Garten mit Kindern verzichten sollte, sind zum Beispiel der Blaustern, der Fingerhut, die Herbstzeitlose, das Maiglöckchen und der Rittersporn.

Blaustern Giftig Pflanze Foto: Pixabay (public domain)

Schön, aber auch schön giftig: der Blaustern. Foto: Pixabay (public domain)

 

Eine Alternative zum giftigen Maiglöckchen (hier im Bild, Foto: Pixabay) kann der essbare Bärlauch sein.

Maiglöckchen Giftig Pflanze Foto: Pixabay (public domain)

Sträucher, die giftige Anteile enthalten, sind Efeu, Eibe (fast alle Teile des Strauchs sind stark giftig), Kirschlorbeer und Seidelbast.

Früchte Kirschlorbeer Giftig Pflanzen Garten Symbolfoto: Pixabay (public domain)

Das Problematische an giftigen Pflanzen, ist oft die Verwechslungsgefahr der Früchte. Man sieht den Beeren des Kirschlorbeers nicht an, dass sie giftig sind. Foto: Pixabay (public domain)

Auch Holunder und Schneebeere, die gerne von Kindern als Knallerbse benutzt wird, sind zumindest schwach giftig.

Holunder Beere Holundersaft Einkochen Gesund Symbolfoto: Pixabay (public domain)

Gekocht können Holunderbeeren verzehrt werden und tun dann aufgrund des hohen Vitamin C-Gehalts auch noch der Gesundheit gut. Foto: Pixabay (public domain)

Nicht immer hat man die giftigen Pflanzen selbst angepflanzt. Über Vögel und den Wind verbreiten sich viele Pflanzen, die man sonst nur im Wald oder auf Wildwiesen vermutet, auch im heimischen Garten.

Zu den gefährlichsten Giftpflanzen gehört der (Gefleckte) Schierling: innerhalb von 30 Minuten können größere Mengen zu Atemlähmung und zum Tod führen.

Unproblematische Pflanzen

Doch natürlich gibt es noch genügend Stauden, Sträucher und Bäume, mit denen man seinen Garten bepflanzen kann, ohne Angst um seine Sprösslinge haben zu müssen. Oftmals bieten diese dann nicht nur was für’s Auge, sondern laden zu allerlei Basteleien oder auch zum kulinarischen Schmaus.

Vorneweg seien alle Obststräucher genannt – Himbeeren, Brombeeren, Johannisbeeren oder Heidelbeeren – für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Rote Johannisbeere Obststräucher Garten Kinder Foto: Pixabay (public domain)

Die Johannisbeere schmeckt süß und sauer zugleich und ist ein wahres Geschmackserlebnis für Kinder. Foto: Pixabay (public domain)

Sie erfreuen mit ihren unterschiedlichen Blättern und Blüten und letztendlich natürlich mit ihren Beeren, die von den Kindern natürlich nur zu gern selbst geerntet und direkt verspeist werden.

Generell kann man auch bei Gemüsearten und Erdbeeren nicht viel falsch machen. Lediglich bei Feuer- und Gartenbohnen muss darauf geachtet werden, dass die Kinder sie nicht roh verzehren.

Küchenkräuter wie Basilikum, Oregano, Petersilie und Schnittlauch, aber auch Kapuzinerkresse, Lavendel, Pfefferminze und Zitronenmelisse bieten sich auch für ein kleines Kinderbeet an. Hier können sich die Kinder austoben und ganz eigenständig die Zutaten für das Mittagessen zusammensuchen.

Bei den Bäumen und Sträuchern punkten vor allem der Ahorn und die Haselnuss durch ihren schnellen Wuchs. Während gerade der Feuerahorn durch seine prächtige Herbstlaubfärbung zum Basteln einlädt, sind die langen und geraden Zweige des Haselnussstrauches ideal zum Schnitzen oder Bogen bauen. Und natürlich können sich die Kinder die im Herbst gesammelten Nüsse schmecken lassen.

Eine Alternative zu dem gewöhnlichen Haselstrauch ist der Korkenzieherhasel, dessen Zweige sich besonders für Dekorationszwecke eignen. Foto: Pixabay (public domain)

Sträucher, die besonders schön den Jahreszeitenverlauf zeigen, sind die Forsythie (Frühling/Ostern), der Sommerflieder (Buddleia davidii, Sommer), der Feuerahorn (Acer ginnala, Herbst) und die im Winter blühende Zaubernuss (Hamamelis).

Die Zaubernuss blüht im Winter und besticht zudem mit ihrem Duft. Foto: Pixabay (public domain)

Bei den Blumen ist man unter anderem mit Fuchsien, Hortensien, Ringelblumen, Rosen, Stiefmütterchen (Blüten essbar) und Veilchen auf der sicheren Seite. Sie sind hübsch anzusehen und haben zusätzlich noch essbare Anteile.

Weitere Informationen

Eine detaillierte Auflistung von Pflanzen, die sich zur Anpflanzung in einem Garten mit Kindern eignen, findet sich sich im Serviceheft der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.

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