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Die Region stellt sich vor: Naturschutzgebiet Heerter See

Der Heerter See ist vielen Vögeln eine Brut -und Raststätte. Der NABU lädt am 7. Oktober 2017 zum BirdWatch ein. Foto: NABU/Marlies Gräwe
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Das Naturschutzgebiet "Heerter See und Waldgebiet Heerter Strauchholz" ist mit einer Fläche von 323 Hektar das Größte von insgesamt fünf Naturschutzgebieten in Salzgitter. Am östlichen Rand des Salzgitter-Höhenzuges gelegen (zwischen Gebhardshagen und Barum) beherbergt es eine Vielzahl an bedrohten Tierarten, darunter Kranich, Fischadler, Kormoran und Flussuferläufer. Für diese hat der See und seine Umgebung eine große Bedeutung als Brut- und Rastgebiet. Aber nicht nur zahlreiche Vogelarten lassen sich im Heerter Naturschutzgebiet beobachten, auch weitere spannende Tier- und Pflanzenarten gibt es zu entdecken.

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Entstehung

1951 wurde der Heerter See als Klärteich III künstlich geschaffen. Dazu wurde der größte Teil des sich heute südlich angrenzenden Waldgebietes „Heerter Strauchholz“ abgeholzt. Bis 1976 wurde der See kontinuierlich erweitert und als Schlammabsetzbecken für die Eisenerzwäsche benutzt.

1984 wurde der Heerter See als Naturschutzgebiet ausgewiesen und ist später als Europareservat und 2002 auch als Europäisches Vogelschutzgebiet anerkannt worden. Seit 2007 befindet sich der Heerter See im Eigentum der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe und wird von der NABU-Gruppe Salzgitter betreut. Durch die Erweiterung um das Waldgebiet Heerter Strauchholz wurde das Gebiet im Frühjahr 2017 an die verschärften Anforderungen des „Natura 2000“-Gebietes angeglichen. Bei „Natura 2000“ handelt es sich um eine Europäische Verordnung, die landübergreifend den Schutz von gefährdeten Tieren sicherstellen soll.

Der Heerter See

Bis zu Beginn der 80er Jahre hatte der Heerter See eine wattähnliche Anmutung. Grund dafür war die bis zu etwa 16 Meter mächtige Schlammschicht, die sich im Laufe der Jahre bei der Eisenerzwäsche abgesetzt hat. Auch heute noch ist die Schlammschicht, gerade von den Beobachtungstürmen aus, gut zu sehen, obwohl gerade die Uferbereiche zunehmend von Schilf bewachsen sind. Die Wassertiefe des Sees ist mit maximal 2,5 Metern sehr gering, so dass schon bei schwachem Wind der Schlamm aufgewirbelt und das Wasser getrübt wird. Das Wasser selbst ist aufgrund der Sedimente nährstoffarm und bietet laut dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) nur ein sehr eingeschränktes Nahrungsangebot. Ein Wasserzufluss erfolgt zum Teil noch über die alten Rohrleitungen aus den Klärteichen I und II und der angrenzenden Feldmark. Die Wassermenge und somit der Wasserstand des Heerters See ist somit vom Niederschlag abhängig. Überschwemmungen werden durch einen festen Überlauf verhindert, der das überschüssige Wasser in die Fuhse ableitet.

Umgeben ist der Heerter See an drei Seiten, im Norden, im Osten und im Westen, von einem mehr als 20 Meter hohen Damm. Im Süden wird der Heerter See vom Wald, dem Heerter Strauchholz, begrenzt. Der Wald, der den Heerter See umgibt, ist unterschiedlichen Alters. Während die zusammenhängende Waldfläche im Süden Reste des ehemaligen Eichen-Hainbuchenwaldes vor Klärteichbau darstellt, wurden die Außendammbereiche im Norden und Osten sowie einige vorgelagerte Flächen zu verschiedenen Zeitpunkten aufgeforstet. Teils noch zu Zeiten des Klärteichbetriebes, teils im Rahmen von Rekultivierungsmaßnahmen. Der Wald im Westen geht auf dessen Bestandsgründung auf die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück, so der NLWKN.

Auf dem Rundwanderweg den Heerter See entdecken

Der Heerter See ist auf einem knapp sechs Kilometer langem, geschottertem Rundwanderweg, der zum größten Teil auf der 20 Meter hohen Dammkrone entlang führt, zu erleben. Sowohl am südlichen  als auch am nördlichen Ufer des Sees hat der NABU Salzgitter Beobachtungstürme aufgestellt. Mit Hilfe der Informations- und Farbtafeln können auch Laien die Vogelwelt erleben und die häufigsten Vogelarten erkennen. Auf den Damm gelangt man über den Treppenaufgang „Heerter See“, von einem kleinen Parkplatz kurz hinter der Ortsausfahrt Salzgitter.Heerte Richtung Gebhardshagen. Auch eine Stempelstation des Tourismusverbandes „Nördliches Harzvorland“ findet sich in der Hütte am Heerter See. Wer die Artenvielfalt am Heerter See nicht alleine entdecken möchte, der schließt sich einer der geführten Exkursionen des NABU an:

NABU lädt ein zur Exkursion Heerter See – BirdWatch

Anfang Oktober treten zahlreiche Zugvögel ihren Weg in die Winterquartiere an und sind dann am Heerter See besonders gut zu entdecken. Zu ihrer, aber auch allgemein naturkundlichen Beobachtung lädt der NABU Salzgitter am Samstag, 7. Oktober 2017, von 16 bis 18 Uhr ein. Treffpunkt ist der Waldparkplatz an der K 21 zwischen Salzgitter-Gebhardshagen und –Lobmachtersen. Teilnehmer werden gebeten, an festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung zu denken.

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