Die Brut- und Setzzeit 2018 hat begonnen: Hunde gehören an die Leine

Seit Ostersonntag gilt wieder Leinenpflicht. Foto: Nicole Wiedemann
Seit Sonntag ist es mit der Freiheit wieder vorbei - vom 1. April bis zum 15. Juli gehören Hunde an die Leine. Die Brut- und Setzzeit hat begonnen. Streunende Hunde stören die Wildtiere bei der Aufzucht des Nachwuchses und können abgelegten Laich schädigen. In welchen Gebieten in unserer Region der Leinenzwang gilt und wo Sie Ihrem Hund trotzdem Auslauf gönnen können, finden Sie im folgenden Artikel.

Gesetzliche Regelung

Vollkommen unabhängig vom Schutzstatus eines Gebietes, entspreche es den allgemeinen Grundsätzen des Naturschutzes, Hunde in der Brut- und Setzzeit an der Leine zu führen – zum Schutz der brütenden Tiere und der Jungtiere. Eine Rücksichtnahme, die laut Landkreis Wolfenbüttel für jeden Erholungssuchenden in der freien Landschaft selbstverständlich sein sollte. Nachzulesen ist sie im Niedersächsischen Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung (NWaldLG), in Paragraf 33: „Vom 1. April. bis zum 15. Juli sind Hunde an der Leine zu führen“. Dieses Gesetz regelt in Paragraf 23 auch das Betreten der freien Landschaft, was grundsätzlich zur Erholung erlaubt ist. „Nicht betreten werden dürfen jedoch Wiesen und Weiden während der Aufwuchs- und Weidezeit“, also vom 1. März bis 31. Oktober. „Das schließt das Reiten und das Befahren mit Fahrrädern ein“. Die freie Landschaft besteht aus Flächen des Waldes und der übrigen freien Landschaft, auch wenn die Flächen innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile liegen. Bestandteile dieser Flächen sind auch die dazugehörigen Wege und Gewässer. Nicht zur freien Landschaft gehören für den öffentlichen Verkehr bestimmte Straßen und Wege, Gebäude, Hofflächen und Gärten, Gartenbauflächen, Baumschulen sowie Parkanlagen, die im räumlichen Zusammenhang zu baulichen Anlagen stehen, die zum dauernden Aufenthalt von Menschen bestimmt sind. Hier können Städte und Gemeinden jedoch eigene Vorgaben bezüglich eines Leinenzwangs erlassen.

Ganzjähriger Leinenzwang

Wald Landschaftschutzgebiet Bärlauch Frühling Foto: Nadine Munski-Scholz

Für Landschaftsschutzgebiete können Städte und Gemeinden eigene Vorgaben bezüglich des Leinenzwangs machen. Foto: Nadine Munski-Scholz

In der Regel besteht in Natur- und teilweise auch in Landschaftsschutzgebieten ganzjährig Leinenzwang für Hunde. Aber auch andere Gebiete können von Städten und Gemeinden mit einem ganzjährigen Leinenzwang belegt werden. In unserer Region betrifft das folgende Gebiete:

Braunschweig

  • „Riddagshausen“ (nördlich der Bahnlinie und ebenso in dem von Bahngleisen eingeschlossenen Bereich westlich der Ebertallee)
  • „Lammer Holz“
  • „Braunschweiger Oker Aue“
  • und dem größten Teil des „Schapener Forst“

Dasselbe gilt für die folgenden öffentlichen Anlagen:

  • Bürgerpark – vom Lessingplatz bis Friedrich-Kreiß-Weg sowie Kreißberg
  • Inselwallpark
  • Löwenwall
  • Prinz-Albrecht-Park ohne Franzsches Feld/Nußberg
  • Richmond-Park – Ostteil
  • Museumspark
  • Theaterpark
  • Viewegs Garten
  • Brüdernfriedhof
  • Martinifriedhof

Wolfenbüttel

  • „Fümmelser Holz“
  • „Herzogsberge“ (Landschaftsschutz- und FFH-Gebiet)
  • „nördliche Okeraue“ reicht im Süden bis an die Nordtangente (Meesche-Knoten), westlich entlang des „Schiefen Berges“, die östliche Schutzgebietsgrenze verläuft entlang der Verlängerung des Weges „Am Kälberanger“ in nördliche Richtung

Zuwiderhandlungen gegen diese Regelungen stellen Ordnungswidrigkeiten dar, die mit einer Geldbuße geahndet werden können. Die Einhaltung des Leinenzwangs wird in Braunschweig vom Zentralen Ordnungsdienst (ZOD) und in Wolfenbüttel vom Stadtordnungsdienst der Stadt Wolfenbüttel (SOD) im Rahmen seiner Kontrollen überprüft.

Salzgitter
  • „Salzgitter-See“
  • „Klärteich III“
  • „Mittleres Innerstetal mit Kanstein“
  • „Speckenberg“
  • „Köppelmannsberg“
  • „Haverlahwiese“

Zusätzlich besteht in Salzgitter für bestimmte Schongebiete die Pflicht, Hunde in der Zeit vom 1. Januar bis zum 30. Juni an der Leine zu führen (nachzulesen in der Verordnung über den Leinenzwang für Hunde innerhalb von Schongebieten in Feld und Forst in der Stadt Salzgitter). Als Schongebiete zählen alle Gehölzgruppen in der Feldmark, alle Waldflächen und alle Landschaftsschutzgebiete.

Alternative Auslaufmöglichkeiten

Einige Gemeinden und Städte bieten alternative Auslaufmöglichkeiten für Hundehalter an – nicht nur für die Dauer der Brut- und Setzzeit.

Braunschweig bietet eine Freilauffläche im östlichen Ringgebiet und die Freilauf-Zone Franzsches Feld und Nußberg an. Keinen Leinenzwang soll es zusätzlich im südlichen Teil des Bürgerparks bis Eisenbütteler Straße sowie im westlich der Oker gelegenen Teil des Bürgerparks geben, da die Flächen nicht unter die Verordnung zur Brut- und Setzzeit fallen.

In Salzgitter findet man neben drei Hundeauslaufflächen am Salzgittersee (zwei Auslaufbereiche befinden sich an der Westseite des Sees, einer an der Ostseite) zusätzlich eine eingezäunte Hundewiese (Humboldtallee 70 in 38228 Salzgitter). Die Flächen liegen ganz in der Nähe der großen Parkplätze an der Reppnerschen Bucht, am Hallen- und Freibad und am Westufer.

Wolfenbüttel hat den Seeligerpark als Freilauffläche zu bieten und in Sickte hat der Hundefreizeitverein einen Hundelaufplatz am Stadtweg eingerichtet.

Ausnahmen

Ausgenommen vom Leinenzwang sind lediglich Hunde, die zur regelmäßigen Jagdausübung, als Rettungs- oder Hütehunde oder von der Polizei, Bundespolizei oder Zoll eingesetzt werden oder ausgebildete Blindenführhunde sind. So bestimmt es das Niedersächsische Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung (NWaldLG).

Anzeigen
Anzeigen