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Der Hausbau – Viele Wege führen zum Eigenheim

Drei Dinge sollte ein Mann, nach Volksmeinung, in seinem Leben tun: Ein Haus bauen, ein Kind zeugen und einen Baum pflanzen. Wir beschäftigen uns diesmal mit dem Hausbau. Foto: Pixabay (public domain)
Wer sich entschlossen hat, ein Haus zu bauen, steht vor der Entscheidung wie er dieses Mammutprojekt angehen und umsetzen will. Es gibt viele Möglichkeiten ein Haus zu bauen: In Eigenregie mit Einzelvergabe der Gewerke, mit Hilfe eines Architekten, mit einem Generalunternehmer an der Seite oder aber schlüsselfertig kaufen beim Bauträger. Vor der Entscheidung sollte man sich gut überlegen, wie viel Zeit und Eigenverantwortung man für das Projekt Hausbau aufbringen kann und will.

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Ein großer Unterschied zwischen der Wahl der einzelnen Alternativen beim Hausbau, besteht in der Verantwortlichkeit für Tätigkeiten und Leistungen, die die jeweiligen Vertragspartner des Bauherrn übernehmen. Und auch die Anzahl der Vertragspartner weicht stark voneinander ab. Dies alles sollte in die Überlegungen mit einbezogen werden. Bin ich ein strukturierter Typ und behalte auch bei einer Vielzahl von Vertragspartnern der unterschiedlichen Gewerke den Überblick? Oder möchte ich so viel Verantwortung wie möglich abgeben und ein Typenhaus (eventuell sogar inklusive Grundstück) schlüsselfertig bei einem Bauträger erwerben? Wir stellen Ihnen im Folgenden die verschiedenen Möglichkeiten zum Eigenheim einmal vor:

Der Architekt

Eine bewährte und grad für individuelle Bauvorhaben prädestinierte Möglichkeit ein Haus zu bauen, ist die unter Vertragnahme eines Architekten. Er entwirft mit Ihnen gemeinsam Ihr Haus, erstellt die Baupläne und realisiert die Baugenehmigung. Weiterhin holt der Architekt Angebote von Bauunternehmen und Handwerkern ein. Auch die Koordination der Baustelle leitet der Architekt  und überwacht die Handwerker, übernimmt jedoch keine Haftung für Mängel in der Ausführung! Seine Haftung ist auf die Planung begrenzt. Die Haftung der Bauausführung fällt den Bauunternehmen und Handwerkern zu. Bei dieser Art des Hausbaus haben Sie durch die Einzelvergabe der Gewerke eine Vielzahl an eigenständigen Verträgen.

Baubetreuer

Als Ergänzung zum Architekten, aber auch nur für einzelne Aufgaben, kann ein unabhängiger Sachverständiger als Baubetreuer den Hausbau begleiten. Die Bauleitung können Sie ebenso auf einen Baubetreuer übertragen. Zu unterscheiden ist bei der Beauftragung eines Baubetreuers zwischen Voll- und Teilbetreuung. Bei der Vollbetreuung übernimmt der Baubetreuer sowohl die wirtschaftliche als auch die technische Betreuung. Bei der Teilbetreuung nur eins von beidem.

Bauen in Eigenregie

Beim Bauen in Eigenregie tragen Sie als Bauherr selbst die Bauleitung und somit auch die gesamte Verantwortung. Sie schreiben Bauabschnitte aus, schließen Einzelvergaben der Gewerke ab und koordinieren diese. Beim Hausbau ist diese Variante die zeitintensivste und risikoreichste Variante. Es sei denn, Sie sind selbst Architekt, Sachverständiger oder im Besitz eines Bauunternehmens. Ansonsten kann es sein, dass der Termin zur Fertigstellung des Hauses immer wieder nach hinten verschoben werden muss. Auch das finanzielle Risiko sollte beim Bauen in Eigenregie nicht unterschätzt werden. Einen Festpreis wie bei einem Bauträger gibt es hier nicht.

Der Generalunternehmer

Die Beauftragung eines Generalunternehmers macht vor allem für Bauherren Sinn, die bei der Grundstückswahl unabhängig sein möchten oder gar schon ein Grundstück ihr Eigen nennen. Zwischen Ihnen als Bauherr und dem Generalunternehmer wird ein Bauvertrag oder Werkvertrag abgeschlossen. Damit übernimmt der Generalunternehmer alle für den Bau notwendigen Arbeiten in Eigenverantwortung, so dass Sie als Bauherr nur einen einzigen Vertragspartner haben. Vor Vertragsabschluss sollten Sie sich überlegen, ob die Planung des Hauses in den Vertrag mit eingeschlossen werden soll. Dies führt unter Umständen zu Schwierigkeiten, Planungsmängel gegenüber dem Architekten geltend zu machen, da dieser nicht Ihr Vertragspartner ist. Auf der sicheren Seite sind Sie bei Abschluss zwei einzelner Verträge: einem Planungsvertrag für die Bauplanung direkt mit dem Architekten und einem Bauvertrag für den Hausbau mit dem Generalunternehmer.

Der Bauträger

Die komfortabelste Lösung für Sie als Bauherrn ist der Hausbau mit einem Bauträger. Auch hier lässt sich wählen, ob Sie lediglich das Haus von einem Bauträger erstellen lassen oder ob Sie ein Komplettangebot inklusive Grundstück kaufen. Ihr einziger Vertragspartner ist der Bauträger. Zudem gehen Sie keinerlei Risiko ein. Dieses liegt allein beim Bauträger. Abstriche müssen Sie allerdings oft bei der Individualität solcher Häuser machen. Bauträger bieten in der Regel sogenannte Haustypen an, die man unter anderem in Musterhaus-Siedlungen besichtigen kann. Möchten Sie ihre Individualität bei der Gestaltung des Hauses mit einbringen, steigt meist der Kaufpreis für das Objekt entsprechend. Neben dem schlüsselfertigen Bauen mit einem Bauträger, gibt es die Möglichkeit Eigenleistungen zu erbringen. Ob diese sinnvoll sind und die Kosten für den Hausbau tatsächlich senken, muss im Einzelfall geprüft werden. Auf jeden Fall sollten Sie die Leistungsbeschreibung vor einem Vertragsabschluss genauestens unter die Lupe nehmen, das der Begriff „schlüsselfertig“ (oder auch „bezugsfertig“) gesetzlich nicht eindeutig definiert ist. Auch die Erschließung des Grundstücks sollte im Vertrag geregelt sein.

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