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Das regionalLeben.de Lexikon: Die Maklerprovision

Für viele der Schlüssel zum Glück. Der Weg in die neuen vier Wände führt nicht selten über einen Makler. Foto: Pixabay (public domain)
Wer auf der Suche nach einer neuen Bleibe ist - sei es als Eigentum oder zur Miete - der stolpert häufig früher oder später über einen Makler. Doch was macht so ein Makler den ganzen Tag? Und wer muss ihn eigentlich bezahlen? regionalLeben.de hat sich einmal für Sie umgehört und das Wichtigste zusammengefasst.

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Wann darf ein Makler kassieren?

Seine Immobilie an den Mann zu bringen oder auch die richtige Immobilie für seine Bedürfnisse zu finden, kann unter Umständen ein langwieriges Unterfangen sein. Ein Makler kann einem viel von dieser Arbeit abnehmen. Er kennt sich auf dem Immobilienmarkt aus und ist in Sachen Angebot – Nachfrage auf dem aktuellen Stand. Die Hauptaufgabe eines Maklers besteht in der Vermittlung des Miet- oder Kaufvertrags einer Immobilie. Und auch erst nach Abschluss eines solchen Vertrags ist der Makler berechtigt, seine Provision einzufordern. Zuvor muss ein wirksamer Maklervertrag zustande gekommen sein und der Makler auch tatsächlich eine Maklertätigkeit erbracht haben. Wobei seine Tätigkeit zudem ursächlich für den Vertragsabschluss gewesen sein muss. Ist der Vertrag aufgrund eines Mangels ungültig, erlischt auch der Anspruch des Maklers auf eine Provision. Alle diese Bedingungen sind im Paragraph 652 des Bürgerlichen Gesetzbuch festgeschrieben.

Die Maklerprovision im Mietgeschäft

Mit der Gesetzesnovelle in 2015 wurde zumindest bei der Vermietung von Wohnraum für Klarheit rund um das Thema Maklerprovision gesorgt. Seit 1. Juni 2015 gilt das Bestellerprinzip. Kurz und knapp bedeutet dies: Derjenige, der den Makler bestellt, muss ihn auch bezahlen. Während bei Beauftragung des Maklers durch den Vermieter die Provisionshöhe frei verhandelbar ist, gibt es für die Beauftragung durch den Mieter eine Obergrenze. Diese liegt nach dem Wohnraumvermittlungsgesetz bei maximal zwei Nettokaltmieten zuzüglich Mehrwertsteuer.

Das Bestellerprinzip soll der finanziellen Entlastung der Mieter dienen. Bis zu dessen Einführung war es nicht unüblich, die Maklerprovision auf den Mieter umzulegen. Dies bedeutete eine hohe Belastung für den Mieter, der ja zusätzlich auch die Mietkaution zu stellen hatte. Unter Umständen hieß das, dass neben den Kosten für die eigentlich Miete noch bis zu fünf Kaltmieten aufgebracht werden mussten. Ohne Ratenzahlung oder Kautionskredit für viele kaum machbar. In diese Falle können Mieter jetzt nicht mehr tappen. Sie können nun selbst entscheiden, ob sie in die Dienste eines Maklers investieren wollen oder nicht. Mieter, die nach dem 1. Juni 2015 zu Unrecht eine Maklerprovision gezahlt haben, müssen dies nicht hinnehmen. Drei Jahre haben sie Zeit, diese zurückzuverlangen

Die Maklerprovision im Kaufgeschäft

Nicht so eindeutig wie bei der Wohnraumvermietung sieht die Regelung zur Maklerprovision beim Verkauf beziehungsweise Kauf von Immobilien aus. Das Bestellerprinzip ist hier nicht anwendbar. In der Checkliste zum Immobilienkauf haben wir das Thema bereits kurz angerissen. Während bei Mietimmobilien in der Regel der Vermieter der Auftraggeber des Maklers ist und somit die Zahlung der Provision übernehmen muss, ist beim Immobilienkauf meist der Käufer in der Pflicht, die Maklerprovision zu leisten. Auch kann es vorkommen, dass sowohl Verkäufer als auch Käufer einen Makler engagiert haben. Dann wird nicht selten eine zweifache Zahlung fällig. Deshalb sollte man als Käufer ein Auftreten solch einer Situation im Voraus mit seinem Makler klären.  Möglich sind beispielsweise die Vereinbarung einer Freistellung oder eine dezidierte Aufteilung der Provision.

Eine gesetzlich festgelegte Höhe der Maklerprovision gibt es nicht. Sie richtet sich nach den ortsüblichen Gegebenheiten. In unserer Region schwankt die Höhe zwischen drei und sechs Prozent, auf die dann noch die Mehrwertsteuer von 19 Prozent zu entrichten ist. Eine Teilung der Provisionszahlung zwischen Verkäufer und Käufer ist zu unterschiedlichen Prozentzahlen möglich, meist kommt jedoch, wie bereits erwähnt, der Käufer allein für die Provisionszahlung auf. Wer bei der Maklerprovision sparen möchte, der verhandelt vor Abschluss des Kaufvertrags mit dem Makler. Nicht selten gibt es einen Verhandlungsspielraum. Und zu guter Letzt kann man die Provisionszahlung bei der Steuererklärung geltend machen und sich so eventuell einen Teil des Geldes zurückholen.

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