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Das ändert sich 2017

Die Sonnenenergie nutzen lohnt sich, denn die Strompreise steigen weiter. Foto: Pixabay (public domain)
Welche Änderungen hält das Jahr 2017 für uns bereit? Auf was müssen Immobilienbesitzer, aber auch Mieter in Zukunft achten. Wir haben die wichtigsten Änderungen für Sie festgehalten.

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Strom und Gas: Ökostrom-Umlage wird angehoben

Aufgrund der steigenden Ökostrom-Umlage und Netzentgelte müssen Verbraucher damit rechnen, für Strom 2017 tiefer in die Tasche zu greifen. Die Umlage des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, umgangssprachlich als Ökostrom-Umlage bezeichnet, wird für 2017 von 6,35 Cent auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde angehoben. Die Umlage zahlen Verbraucher über die Stromrechnung. Da auch die Netzentgelte für die Stromübertragung angehoben werden, hatten bereits 334 Anbieter die Anhebung der Grundtarife zum Jahreswechsel angekündigt, im Schnitt um 3,5 Prozent. Bei hohen Preisanstiegen sollten Verbraucher über einen Anbieterwechsel nachdenken, da in diesen Fällen ein Sonderkündigungsrecht gilt.
Gasnutzer dürfen sich hingegen freuen. Sie erwartet eine Preissenkung von durchschnittlich sieben Prozent.

Verschoben: die „EnEV 2017“

Mit Beginn des Jahres 2017 sollte eigentlich eine Novelle der Energie-Einsparverordnung (EnEV) in Kraft treten. Es handelt sich dabei um den Niedrigstenergie-Gebäude-Standard für alle Neubauten. Die meisten geplanten Auflagen werden aber wohl aus politisch-taktischen Gründen erst nach der Bundestagswahl 2017 beschlossen. Bis dahin sind von der Regierung ausschließlich die Änderungen für öffentliche Gebäude geplant. Die Gültigkeit der EnEV soll bei privatwirtschaftlich genutzten Gebäuden ab 2021 gelten, bei öffentlichen Neubauten ab 2019.

Solaranlagen und Smart Meter:

Mit dem Jahreswechsel stieg die EEG-Umlage für Selbstversorger im Bereich Solarstrom von 35 Prozent auf 40 Prozent an. Trotzdem ist das Jahr 2017 bestens geeignet um seine bestehende kleinere Photovoltaik-Anlage auszubauen oder zu modernisieren. Gibt es doch in diesem Jahr noch die Komplettbefreiung der EEG-Umlage, 2018 wird sie gestrichen.
Eine weitere Änderung im Jahr 2017 ist die Installation von sogenannten Smart Meter. Dabei handelt es sich um elektronische Stromzähler, die den Stromverbrauch an die Versorger übermitteln. Für Haushalte mit einem Verbrauch zwischen 10.000 und 20.000 Kilowattstunden werden sie Pflicht. Die Installation erfolgt von den Messstellen-Betreibern automatisch, Hausbesitzer müssen nicht aktiv werden. In alle Haushalte, deren Stromverbrauch über 6.000 Kilowattstunden pro Monat liegt, sollen intelligente digitale Stromzähler eingebaut werden. Die Daten werden über das Internet direkt an den Netzbetreiber geschickt, so dass das Stromablesen somit für Großkunden entfällt. Die Installation dieser digitalen Stromzähler soll ab 2020 auch in Privathaushalten mit weniger Stromverbrauch erfolgen. Eine Entscheidungsfreiheit bezüglich des Einbaus gibt es für die Verbraucher nicht. Dies ruft Datenschützer auf den Plan, denn mit dem Einzug der intelligenten Stromzähler haben Netzbetreiber in Zukunft einen genauen Einblick in den Tagesablauf der Verbraucher. Anhand des minütlich nachzuvollziehenden Stromverbrauchs, haben Netzbetreiber eine Übersicht darüber, wann sie aufstehen, sich ihren Kaffee kochen, ihre Wäsche waschen und vieles mehr. Big Brother lässt grüßen.

Neu bewertet – Holzheizungen und alte Kamine:

Die Ökodesign-Richtlinie, die unter anderem Abgas- und Effizienz-Werte für Geräte festlegt, gilt ab 2017 auch für neu eingebaute Holzheizungen mit bis zu 500 Kilowatt Wärmeleistung, die mit Pellets, Scheitholz oder Festbrennstoffen befeuert werden. Weiterhin verpflichtet die Ökodesign-Richtlinie zur emissionsärmeren Nachrüstung, beziehungsweise zum Austausch von alten Kaminöfen, die vor 1985 installiert wurden.
Januar 2016 wurde die Energieeffizienz-Kennzeichnung von Alt-Heizungsgeräten im Bestand eingeführt. Berechtigt zur Anbringung des Labels waren 2016 Heizungsinstallateure, Schornsteinfeger sowie bestimmte Energieberater. Auch dies ändert sich ab 2017. Der Bezirksschornsteinfeger ist seit 01. Januar 2017 verpflichtet das Energieeffizienz-Label für Heizungsgeräte im Bestand zu vergeben.

Fernsehen:

Es dürfte mittlerweile jedem bekannt sein: DVB-T gehört bald der Vergangenheit an. Genauer gesagt in der Nacht zum 29. März. Dann wird das Sendesignal auf den Standard DVB-T2 umgestellt. Dies zieht für eine Vielzahl von Haushalten eine Anschaffung von Neugeräten nach sich, denn man muss seine alten Fernsehgeräte entweder mit einem DVB-T2 HD-Empfänger aufrüsten oder gleich zum Flachbildfernseher mit bereits integrierten Receiver (grünes Siegel mit Fernsehsymbol) greifen, um auch weiterhin Fernsehen zu können.

Sparsamer: Elektrogeräte

Unsere Elektrogeräte werden immer sparsamer. Bei den Fernsehgeräten entfällt daher die bisherige Klasse F, die Klasse E gilt nun als Maximum für den Energieverbrauch. Die neue Klasse A++ kennzeichnet seit Jahresbeginn die sparsamste Klasse.

Auch bei den Staubsaugern ergeben sich Neuerungen, diese treten jedoch erst ab 1. September 2017 in Kraft. Ab dann dürfen Staubsauger nur noch mit weniger als 900 Watt Leistung und einer Betriebslautstärke von maximal 80 Dezibel (ähnlich einem Rasenmäher) angeboten werden. Bisher werden Geräte mit bis zu 1.600 Watt zum Kauf angeboten. Die reale Saugleistung soll unter der gedrosselten Wattleistung dank effizienter Technologien nicht leiden, so die Herstellerversprechen. Sie berufen sich dabei auf Tests der Stiftung Warentest. Mit den genannten Änderungen entsprechend der EU-Ökodesign-Richtlinie ergeben sich auch für Staubsauger neue Energieeffizienzklassen: A+++ bis D. Der Jahresstromverbrauch Geräte dieser Klassen darf unter Standardbedingungen maximal bei 43 Kilowattstunden liegen und wird durch ein EU-Label kenntlich gemacht.

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