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Braunschweig wagt den Schritt: Herbizid-Verzicht beschlossen

Dem Unkraut soll es in Braunschweig künftig ohne Herbizide an den Kragen gehen. Foto: Nicole Wiedemann
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Nach Helmstedt wagt nun auch Braunschweig im Februar 2018 den Schritt in die herbizidfreie Zone. Dabei fragte sich der Rat der Stadt unter anderem, ob ein "herbizidfreies Braunschweig" auch ein Marketingfaktor für die Löwenstadt sein kann? Bei sieben Gegenstimmen wurde ein von der Verwaltung überarbeiteter Antrag der BIBS-Fraktion, der einen teilweisen Ausstieg aus der Anwendung von Herbiziden wagt, beschlossen.

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Als „Einstieg in den Ausstieg“ lobte Dr. Rainer Mühlnickel (Die Grünen) den Beschluss. Von einem „kleinen Schritt für die Welt, aber einem großen Schritt für Braunschweig“ sprach Dr. Wolfgang Büchs (BIBS), der auch noch einmal den langen Prozess rekapitulierte, der nötig war, bis man nun zu einer mehrheitsfähigen Beschlussvorlage gelangt ist.

Diese sieht vor, dass die Verwaltung für ein Jahr auf den Einsatz von Herbiziden bei der Grünpflege verzichtet. Dafür werden fünf neue Stellen im Grünflächenamt besetzt. In Zukunft soll auf Tennenflächen nur das Heißwasser-Schaum-Verfahren oder andere Verfahren ohne Herbizideinsatz angewendet werden. Außerdem soll auf die städtischen Gesellschaften Braunschweiger Verkehrs-GmbH, Hafenbetriebsgesellschaft Braunschweig mbH, Städtisches Klinikum gGmbH und Nibelungen-Wohnbaugesellschaft GmbH (NiWo) eingewirkt werden (zum Beispiel durch Anregung von Modellprojekten), möglichst keine Herbizide mehr einzusetzen.

Evaluation Mitte 2018

Nach einem halben Jahr ist eine Evaluation geplant, um auch die finanziellen Auswirkungen zu prüfen. Dass das noch vor den kommenden Haushaltsberatungen erfolge, begrüßte CDU-Ratsfrau Heidemarie Mundlos, die mit ihrer Partei zwar für den Antrag stimmte, jedoch auch noch Zweifel habe. So gebe es immer noch keine einheitliche und verbindliche Aussage über die Gefährlichkeit von Glyphosat.

Abgelehnt wird der Vorstoß von der FDP. Die wirtschaftlichen Auswirkungen seien zu groß, befand Mathias Möller. Die Alternativen zum Herbizideinsatz seien arbeitsintensiv und würden nicht unerhebliche Personalkosten mit sich bringen. Außerdem zweifelte er an, ob Methoden wie das Verbrennen des Unkrauts und der dauerhafte Einsatz Diesel-betriebener Fahrzeuge wirklich der Ökobilanz zu Gute kommen.

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