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Braunschweig: Landesforsten weiten ihr Naturwaldkonzept aus

Die Urwälder von morgen – Landesforsten weiten ihr Naturwaldkonzept aus. Ein neues Flächenziel von zehn Prozent soll im Landeswald bis 2020 erreicht werden. Foto: Anke Donner
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Die Niedersächsischen Landesforsten überlassen zukünftig zehn Prozent ihrer Wälder der natürlichen Entwicklung. Die konkreten Flächen waren in einem intensiven Prozess nach naturschutzfachlichen Kriterien ausgewählt worden. „Mit der Ausweitung unserer ‚Urwälder von morgen‘ und der Naturwaldforschung bauen wir unseren Beitrag zum Schutz der Biodiversität noch einmal aus.“ erläutert Präsident Dr. Klaus Merker.

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Auf den nun ausgewiesenen Flächen verzichten die Landesforsten spätestens ab 2020 auf alle Pflege- und Erntemaßnahmen. Der Wald bleibt so auf 32.950 Hektar dauerhaft sich selbst überlassen und entwickelt sich weitgehend frei von menschlichem Einfluss. So sollen Wälder entstehen, die in Ihren Strukturen Urwäldern sehr ähnlich sind. „Wir sehen auch Wälder ohne Holznutzung als Teil einer multifunktionalen Forstwirtschaft an, die ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Ziele verbindet. Deshalb gibt es auch schon seit langem ungenutzte Naturwälder in den Landesforsten. Dieses Netz weiten wir nun bis 2020 um weitere 5.150 ha aus.“, resümiert Dr. Klaus Merker. „Wichtig war aber auch der Auswahlprozess, um die Wünsche der Verbände und das Machbare zu verbinden. Am Ende genießen nun unsere „wirklichen Schätze“ einen noch besseren Schutz.“, so der Präsident weiter. Die Wälder mit natürlicher Waldentwicklung bieten sehr anspruchsvollen Arten einen Lebensraum. Sie helfen so, die biologische Vielfalt zu schützen, stehen aber nicht mehr für die Holznutzung zur Verfügung.

Neben dem Naturwaldkonzept wurde auch das Programm zu Langfristigen Ökologischen Waldentwicklung – kurz LÖWE – weiterentwickelt und an aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst. Die 13 Grundsätze des Programms bilden die Grundlage, auf der die NLF ihren Wald seit 25 Jahren erfolgreich bewirtschaften. „In dieser Zeit haben sich die Umwelt, das Wissen und die Technik weiterentwickelt. Prägte das Waldsterben der 80er Jahre noch die Anfangsphase des LÖWE, gilt es nun, neue Herausforderungen anzunehmen und den Wald auf den Klimawandel vorzubereiten. Das LÖWE- Programm bildet dafür die Grundlage.“ erläutert Dr. Merker die Überarbeitung. An der Überarbeitung des Programms waren neben Experten der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt und der Landesforsten auch zahlreiche Vertreter des Tourismus, des Naturschutzes, der Forstunternehmer und Holzindustrie sowie der Gewerkschaften beteiligt. „Dass das Ergebnis insbesondere auch von den Förstern der Landesforsten getragen wird, ist für die Fortsetzung der erfolgreichen Arbeit der letzten 25 Jahre mit dem LÖWE wichtig. Nur so ist uns eine kontinuierliche Entwicklung möglich.“

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