Bettwanzen – Urlaubsmitbringsel oder heimische Mitbewohner?

Bettwanzen agieren im Dunkeln. Foto: Pixabay (public domain)
Lange Zeit galten Bettwanzen in Deutschland als ausgerottet. Doch sie haben ihren Weg zurück in die heimischen Betten gefunden. Dabei handelt es sich im Gegensatz zur landläufigen Meinung jedoch nicht um ein Hygiene-Problem. Bettwanzen reisen in Koffern und Taschen, aber auch in Möbeln. So kann es durchaus vorkommen, dass man sich die Plagegeister mit einem Schnäppchen vom Flohmarkt einhandelt.

Während früher gerade Jugendherbergen und Ferienhäuser als Quelle für Bettwanzen ausgemacht wurden, so sind sie heute auch in Hotels und leider auch in den eigenen vier Wänden anzutreffen. Sie bevorzugen dunkle Ritzen und Spalten als Versteck und können auch mal wochenlang hungern, bevor sie in Erscheinung treten. Doch woran erkennt man überhaupt einen Befall mit Bettwanzen?

Bettwanzen identifizieren

Am Tage wird man die etwa fünf bis acht Millimeter großen Bettwanzen nicht zu Gesicht bekommen. Sie bevorzugen die Dunkelheit und machen sich auch erst dann auf Nahrungssuche, wenn alle tief und fest schlafen. Trotzdem gibt es ein paar Anhaltspunkte, die auf einen Befall mit Bettwanzen hindeuten.

Bettwanzen ernähren sich von Blut. Sie folgen dem menschlichen Geruch und orientieren sich bei der Nahrungssuche am Körpergeruch. Bevor sie ein Blutgefäß treffen, brauchen Bettwanzen häufig mehrere Anläufe. In der Nacht merkt man davon meist noch nichts. Aber innerhalb des nächsten Tages kommt es zu Juckreiz und es sind meist mehrere Pusteln in einer Reihe – der sogenannten Wanzenstraße – zu sehen.

Auf der Bettwäsche und der Schlafkleidung sind in der Regel Blutspuren von den nächtlichen Beißattacken zu finden. Ein weiteres Indiz für diese Art von Parasitenbefall sind Kotspuren: kleine schwarze bis dunkelrote Punkten beziehungsweise Krümel.

Haben sich die Bettwanzen bereits vermehrt und in ihrem Entwicklungszyklus einige der fünf Stadien durchwandert, so lassen sich ihre Häutungsreste finden. Meist in der Nähe ihrer Nester.

Der letzte, absolut sichere Hinweis, auf das Vorkommen von Bettwanzen ist ein als „widerlich-süß“ beschriebener Geruch. Hervorgerufen wird dieser vom öligen Stinkdrüsen-Sekret der Wanzen. Es dient sowohl zur Fortpflanzung und zur Verteidigung. Wenn der Geruch wahrnehmbar ist, liegt in den meisten Fällen bereits ein massiver Befall vor.

Bettwanzen loswerden

Typische Verstecke von Bettwanzen sind neben der Matzratze und dem Bettgestell auch Kleidungsstücke, Koffer, Bilder- und Fußleisten, Sofa, Steckdosen, Elektrogeräte (und viele mehr). Im Grunde also jede dunkle Ritze. Mit Hausmitteln ist es bei einem Befall mit Bettwanzen daher nicht getan. Matratze und auch Teppiche gehören entsorgt. Desweiteren sollte die Bekämpfung nur durch staatlich geprüfte Schädlingsbekämpfer durchgeführt werden. Das Gesundheitsamt Wolfenbüttel rät, sich bei Bettwanzenbefall an die „FB Schädlingsbekämpfung“ zu wenden. Informationen erhält man beim Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Stade, Dezernat 32, Heckenweg 4.

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