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Angefeuert – Lagerfeuerromantik für Daheim

Die Anziehungskraft des Feuers ist ungebrochen. Mit Kaminöfen holt man sich die Lagerfeuerromantik in die eigenen vier Wände. Foto: Pixabay (public domain)
Kamine und Öfen gibt es viele. Vom offenen Kamin über den Kaminofen bis hin zum Heizkamin und Grundofen. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Und dabei bedient so eine Feuerstelle im Haus oder in der Wohnung nicht nur den praktischen Nutzen des Heizens, sondern bringt auch mit seiner angenehmen Wärme und dem Blick auf das Feuer wieder ein bisschen mehr an Gemütlichkeit in unser Zuhause.

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Offener Kamin

Der offene Kamin kommt der ursprünglichen Art des Lagerfeuers am nächsten. Er bietet einen ungehinderten Blick auf die Flammen. Die Brenntemperatur ist durch die offene Bauweise geringer und führt zu einer, im Vergleich zu anderen Kaminformen, höheren Feinstaubbelastung. Das ist auch der Grund, weshalb offene Kamine laut Bundes-Immissionsschutzverordnung nur gelegentlich betrieben werden dürfen. Die Wärme, die von einem offenen Kamin erzeugt wird, verpufft bei einem Wirkungsgrad zwischen 15 und 30 Prozent nahezu. Somit handelt es sich bei offenen Kaminen im Grunde um reine Blickfänger mit aussterbendem Charakter. Ihre Existenz ist nur noch bis 2014 geduldet. Danach muss jeder Kamin mit einer Tür, einem Filter gegen Feinstaub und zulässigen Emissionswerten ausgestattet sein.

Eine einfache Möglichkeit, sowohl die Heizleistung zu erhöhen als auch die Emissionswerte zu verbessern, ist der Einbau einer maßgeschneiderten Heizkassette mit Sichtfenster, die den offenen Kamin verschließt. Vor dem Einbau ist eine Begutachtung durch den Bezirksschornsteinfeger empfehlenswert, im Anschluss muss die Installation von diesem technisch abgenommen und freigegeben werden. Der Umbau eines offenen Kamins durch eine Heizkassette kostet ungefähr 2.500 bis 3.000 Euro und ist innerhalb weniger Stunden von einem Fachmann durchgeführt.

Kaminofen oder Schwedenofen

Die ersten Kaminöfen kamen aus Skandinavien, weshalb sie auch heute noch häufig als Schwedenöfen bezeichnet werden. Der Kaminofen ist nicht fest verbaut, sondern kann im Falle eines Falles mit umziehen. Als Grundmaterial wird für die Herstellung der mobilen Öfen Stahlblech oder Gusseisen verwendet. Eine große Keramikglasscheibe bietet einen guten Blick auf das Feuer im Inneren. Kamen Kaminöfen früher eher schlicht daher, sind sie heute in Farbe und Form vielfältig auf dem Markt vertreten. Neben Modellen mit integriertem Holzfach oder Sitzbank, gibt es auch welche mit drehbarer Heizkammer. Auch eine Außenverkleidung aus Keramik oder Speckstein, die gleichzeitig wärmespeichernd ist und noch einige Zeit heizend nachwirkt, ist heute möglich. Wer die Effizienz seines Kaminofens noch weiter steigern möchte, kann in die Geräte einiger Hersteller selber ganz leicht Speichersteine integrieren, die über eine längere Zeit die Wärme speichern und an die Umgebung abgeben. Für die Installation von Kaminöfen kann sowohl ein vorhandener Schornstein als Anschluss dienen, als auch ein Edelstahlrohr, welches an der Außenwand des Hauses zum Dach führend angebracht wird. Ein Kaminofen ist bereits für kleines Geld zu haben, für ein hochwertiges Gerät muss mit Kosten ab 2.000 Euro gerechnet werden.

Heizkamin

Hinter der Optik eines mit Heizkassette versehenen offenen Kamins verbirgt sich beim Heizkamin die ausgeklügelte Technik eines Heizeinsatzes aus Metall, Schamotte und Panoramafenster, ähnlich der eines Warmluft-Kachelofens. Die Technik kann dabei individuell an die Bedürfnisse des Hausbesitzers angepasst werden. Von dem reinen Beheizen eines einzelnen Raums über die Beheizung mehrerer Räume über ein Warmluftsystem bis hin zur Integration in die Zentralheizung über die gleichzeitige Erwärmung von Wasser ist alles möglich. Da um den Heizkamin die Ofenhülle konstruiert wird, sind auch hier der Phantasie kaum Grenzen gesetzt. Von Hochmodern bis rustikal reicht das Repertoire, für jeden Geschmack ist etwas dabei. Die Heizleistung von Heizkaminen liegt im Bereich von acht bis 15 Kilowatt und liefert eine schnelle Wärme. Zwischen 7.000 und 17.000 Euro muss für einen Heizkamin je nach Ausführung gerechnet werden.

Warmluft-Kachelofen

Das Besondere an einem Warmluft-Kachelofen ist sein charakteristisches Aussehen und die schnelle Abgabe der Wärme an den Raum. Der Ofen bedient sich dazu dem Prinzip der Konvektionswärme. Die Raumluft wird im Ofen erwärmt und wieder an den Raum abgegeben. Auch andere Räume können mit der warmen Luft beschickt werden. Zusätzlich zu der direkt zur Verfügung stehenden Wärme, speichert der Kachelofen durch seine Kacheln Wärme und gibt diese zeitverzögert als Strahlungswärme an den Raum ab. Dieser Effekt kann durch einen Nachheizkasten mit nachgeschalteten keramischen Zügen verstärkt werden. Auch Wasser lässt sich durch einen Wasseraufsatz in solch einem Ofen erwärmen und der Zentralheizung zugeführt werden. Ein Warmluft-Kachelofen zeichnet sich durch eine Abgabe von etwa 70 Prozent Konvektionswärme und circa 30 Prozent Strahlungswärme aus.

Grundofen

Im Gegensatz zu den oben vorgestellten Kaminen bietet der Grundofen als Speicherofen eine lang anhaltende Wärme. Es handelt sich bei ihm um den Urtyp der effizienten Heizung. Muss man ihn doch lediglich einmal mit 15 bis 20 Kilogramm Holz anfeuern und genießt im Anschluss an diesen sogenannten Zeitbrand bis zu 24 Stunden seine angenehm milde Strahlungswärme. Das Geheimnis des Grundofens ist dabei der Aufbau im Inneren. Er besteht aus einem mit Schamottestein gemauerten Feuerraum sowie einem Speicherblock aus keramischen Heizgaszügen. Die Abluft steigen durch das Tunnelsystem zum Schornstein auf und gibt die Wärme an die Speichersteine ab. Ausschlaggebend für die Dauer der Wärmespeicherung ist die Bauart des Grundofen. Je schwerer die Bauart, desto länger speichert der Grundofen die Wärme. Die Oberfläche des Ofens entscheidet über die gelieferte Wärmemenge. Im Gegensatz zu den klassischen Modellen ohne Sichtscheibe, gibt es heute auch Grundöfen mit integriertem Fenster. Ein Grundofen kann unter gewissen Umständen eine Heizung komplett ersetzen, lassen sich doch auch moderne Wünsche wie Warmwassererzeugung oder eine elektronische Ofensteuerung in den Bau mit einbringen. Meist dient der Grundofen aber als Ergänzung zur Zentralheizung. Bei den Kosten muss man je nach Bauart und Ausstattung mit 10.000 und 25.000 Euro kalkulieren.

Kombiofen

Der Kombiofen ist wie der Name schon sagt, eine Kombination aus zwei Ofentypen. Er vereint die Speicherleistung eines Grundofens mit der Technik eines Heizkamins im Inneren. Im Gegensatz zum Grundofen gibt der Kombiofen aufgrund von in die Ofenhülle eingelassenen Lüftungsöffnungen nach dem Anfeuern viel Wärme an den Raum ab und heizt diesen erstmal durch Konvektionswärme schnell auf. Der Speicherblock speichert die Wärme darüber hinaus und gibt diese nach dem Prinzip eines Grundofens auch noch Stunden nach Erlöschen der Glut ab. Der Kombiofen kann sich auch über zwei Zimmer erstrecken. Eine Möglichkeit ist beispielsweise die Befeuerung von einem Nebenraum (Flur), der Speicherblock steht aber im Hauptwohnraum (Wohnzimmer). So kann die erzeugte Wärme großflächig im Haus genutzt werden, ohne zwingend ein Warmluftsystem installieren zu müssen. Für einen Kombiofen muss man mit dem gleichen Betrag wie für einen Grundofen rechnen.

Was gilt es bei der Wahl des Kamins zu beachten?

Die von den holzbefeuerten Öfen erzeugte Wärme wird von uns deswegen als so angenehm empfunden, weil sie als durch das Glas abgegebene Strahlungswärme ähnlich wärmend wirkt wie die Strahlen der Sonne. Die Strahlungswärme wärmt uns sozusagen von innen heraus. Die über die Seitenwände abgegebene Wärme wird als Konvektionswärme bezeichnet. Diese erwärmt die Luft und verwirbelt die einzelnen Luftschichten. Dies wird oft nicht als angenehm empfunden. Es kann Zug entstehen und es wird zusätzlich Staub aufgewirbelt. Moderne Öfen nutzen eine Kombination der beiden Strahlungsarten zur Wärmeerzeugung.

Bei Kaminöfen droht schnell die Gefahr der Überhitzung, da die Öfen oft für den Raum schlicht überdimensioniert sind. Die Wahl des Kamins sollte sich also in erster Linie an den örtlichen und baulichen Voraussetzungen sowie dem Zweck orientieren. Der anschließenden individuellen Gestaltung der einzelnen Kaminformen sind heute kaum noch Grenzen gesetzt, so dass für jeden Geschmack und für jeden Geldbeutel etwas zu haben ist.

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