7 Tipps für einen insektenfreundlichen Garten

Eine Steinhummel bei der Nektarsuche. Foto: Pixabay (public domain)
Insekten gehören zu jedem Garten dazu: Hummeln, Bienen, Schmetterlinge und Marienkäfer. Die einen bestäuben Blumen, Sträucher und Bäume, die anderen vertilgen Unmengen an Blattläusen und machen so den Einsatz von Pestiziden unnötig. Und ganz nebenbei erfreuen sie mit ihrem Aussehen und ihrem Gesumm das Auge und das Ohr.

Nektarreiche Blüten

In allzu aufgeräumten und hergerichteten Gärten haben es Insekten nicht leicht. Blumen mit gefüllten Blüten sind zwar wunderschön anzusehen, an ihren Nektar zu kommen ist für die meisten Insekten aber schier unmöglich. Immer häufiger sind die Blüten der im Handel angebotenen Pflanzen ohnehin steril, beispielsweise die der Hortensien oder Geranien. Außerdem ist es so, dass je höher eine Pflanzenform gezüchtet ist, desto weniger Nektar und Pollen produziert sie. Um Insekten in seinen Garten zu locken und der Artenvielfalt etwas Gutes zu tun, ist es daher sinnvoll spezielle Staudenmischungen (wie vom Bund Deutscher Staudengärtner) zu verwenden. Diese bestehen aus verschiedenen Stauden, die so zusammengestellt sind, dass sie sowohl den ausgewachsene Insekten als auch deren Raupen als Nahrung dienen können.

Blumenwiese anlegen

In fast jedem Garten gibt es ein Eckchen, dass sich als Blumenwiese anbietet. Dort sorgen sogenannte Bienen- oder Schmetterlingsmischungen für eine bunte Artenvielfalt – sowohl bei den Pflanzen als auch bei den Insekten.

Blumenwiese Wildblumen Insektenwiese Foto: Pixabay (public domain)

Ergänzen kann man so eine Blumenwiese mit weiteren Futterpflanzen wie Heckenrosen und Doldenblütern. Auch ein paar Brennnesseln können in diesem Bereich mal stehen bleiben. Im Rasen sorgen Gänseblümchen für Farbtupfer.

Lange Blütezeit fördern

Um Hummeln und Bienen jederzeit Nahrungsvorräte bereitzustellen, sollten die Pflanzen im Garten zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr blühen berichtet der Naturschutzbund (NABU). Deshalb sollte man auf abwechslungsreiche Vegetation setzen: Von Schneeglöckchen über Krokusse im Frühjahr bis hin zu Fetthenne und Herbstastern im späten Herbst ist für alle Insektenarten etwas dabei.

Wilde Ecke zulassen

In einer wilden Ecke kann die Natur sich selbst überlassen werden. Neben Stein- und Totholzhaufen, die als Rückzugsort für gefährdete Nützlinge dienen, können sich in einer wilden Ecke Brennnesseln, Klee und Disteln ansiedeln. Sie dienen als wertvolle Nahrungsquelle für Insekten. Wer für einen Totholzhaufen keinen Platz hat, der kann den Insekten auch mit einem Insektenhotel behilflich sein. Allerdings sollte das dann groß genug sein, dass die Larven und die überwinternden ausgewachsenen Tiere Platz genug haben. In einem Insektenhotel können unterschiedliche Materialien wie Lehm, Stroh und hartes Holz verwendet werden. Wichtig ist, die Röhren so zu gestalten, dass die Flügel der Insekten beim Beziehen oder Verlassen der Röhren nicht verletzt werden.

Wasserflächen bereitstellen

Wer einen kleinen Teich oder auch nur eine Vogeltränke im Garten aufstellt, der tut nicht nur den Vögeln etwas Gutes, sondern auch den Insekten.

Vogeltränke Insekten Foto: Pixabay (public domain)

Auch flache Wasserschalen gefüllt mit Erde, Lehm oder Sand sind als Baumaterial sehr nützlich für Insekten.

Beete nicht aufräumen

Im Herbst heißt es, den Garten auch mal Garten sein zu lassen. Zumindest in den Beeten dürfen Stauden und Gräser stehen und unter Bäumen und Sträuchern das Laub liegen bleiben. So schafft man wichtige Überwinterungsquartiere für viele Insekten, die im nächsten Jahr für den Garten nützlich sein können. Nur auf dem Rasen sollte kein Laub liegenbleiben.

Garten ohne Chemie gestalten

Synthetische Pflanzenschutzmittel haben in einem insektenfreundlichen Garten nichts verloren. Sie beseitigen neben den Schädlingen auch die Nützlinge. Stattdessen sollte man die Nützlinge fördern, robuste Pflanzensorten anbauen und auf Hausmittel wie Brennnesseljauche setzen.

NABU-Aktion „Insektensommer“

Die Steinhummel führt die Liste der am häufigsten gemeldeten Insekten bei der NABU-Aktion „Insektensommer“ an. Auf den weiteren Plätzen folgen Hainschwebfliege, Asiatischer Marienkäfer, Gemeine Florfliege und Lederwanze. Das ist der Stand zur Halbzeit der ersten großen deutschlandweiten Insekten-Zählung des NABU.

„Obwohl beim Insektensommer von der Wiese bis zum Moor überall beobachtet werden kann, haben sich zwei Drittel der Teilnehmer für den eigenen Garten als Beobachtungsort entschieden. Es sieht so aus, dass es den Menschen besonders Spaß macht, das nähere Wohnumfeld oder einen beliebten Aufenthaltsort zu erkunden und die Insektenwelt dort zu entdecken“, sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Mit dem „Insektensommer“ wolle der NABU auf die enorme Bedeutung  von Insekten aufmerksam machen. „Diese Tiergruppe ist stark gefährdet und am wenigsten erforscht.  Jeder kann mithelfen, Daten zur Artenvielfalt und Häufigkeit der Insekten zu sammeln. So wollen  wir einen Überblick bekommen,  wo Insekten zu finden sind“, so Miller. In Deutschland gibt es etwa 33.000 Insektenarten. Über die meisten liegen noch keine Daten vor.

Die zweite Zähletappe der Volkszählung der Sechsbeiner läuft vom 3. bis 12. August 2018.

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